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Buchkritik

Irene Dische: „Schwarz und Weiß“

„Schwarz und Weiß“ heißt der große neue Roman der deutsch-amerikanischen Schriftstellerin Irene Dische. Darin geht es um Rassenkonflikte – auch.

Irene Dische: „Schwarz und Weiß“

Der Leser begleitet das Paar Lili und Duke durch das Leben in New York von den 70er-Jahren bis zum Ende der 90er. Duke ist schwarz, stammt aus einfachsten Verhältnissen, avanciert aber auch dank der stetigen Hilfe seiner Frau, die aus einer Familie von Intellektuellen kommt, zu einem großen Weinkenner. Und auch für die weiße Lili geht es bergauf. Sie wird ein gefragtes Model.

Erste Risse
Zunächst scheint es für die beiden, die sich ständig ihrer Liebe versichern, stetig bergauf zu gehen. Doch dann tauchen erste Risse auf: Ihr kostspieliges Leben verschlingt Unsummen an Geld, und in Lilis Charakter zeigen sich weniger sympathische Eigenschaften.

„Schwarz und Weiß“ ist vieles zugleich: eine Liebesgeschichte über zwei Menschen, die nicht nur wegen ihrer Hautfarbe grundverschieden sind – und genauso ein Roman über das Leben der Reichen in New York. Er zeigt, wie sehr das Geld im Mittelpunkt ihres Denkens steht, und wie wichtig es ist, sich mit mehr Prunk zu umgeben als der Freundes- und Kollegenkreis.

„Schwarz und Weiß“ ist aber auch ein Roman über die unterschiedlichen Lebensweisen von sozial hoch und tief stehenden Schichten, wobei einmal mehr die tiefe Spaltung in den USA klar wird, die nicht zuletzt in der Wahl Trumps einerseits und seiner Ablehnung andererseits deutlich wurde. Lesenswert!

Irene Dische: Schwarz und Weiß, 469 S., Hoffmann & Campe, 26 Euro, ISBN: 978-3455404777.

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