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Buchkritik

Isabella Straub: „Wer hier schlief“

Was mit einem Mann passieren kann, der den Boden unter den Füßen verliert – dieser Frage geht Isabella Straub in ihrem Roman „Wer hier schlief“ nach.

Isabella Straub: „Wer hier schlief“

Philipp Kuhn verlässt seine Frau, die zugleich seine Chefin in einer Firma für Sicherheitstüren ist (welche Symbolik!), um künftig mit seiner Geliebten Myriam zusammenzuleben. Problem: Als Philipp nach der Trennung besagte Myriam treffen will, ist sie plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Sämtliche Versuche, mit ihr Kontakt aufzunehmen, scheitern. Folglich ist Philipp von jetzt auf gleich nicht nur arbeits-, sondern auch obdachlos. Er schlägt sich so durch – übernachtet mal hier und mal dort, bis er schließlich auf eine Organisation trifft, die Wohnungen renoviert und er als Gegenleistung während dieser Zeit dort übernachten darf.

Auch ein Senior mit viel Lebensweisheit spielt eine Rolle.

„Wer hier schlief“ ist zwar stilistisch und in Sachen Tiefgründigkeit nicht die ganz große literarische Offenbarung, aber der Text liest sich locker und flüssig und ist somit ein guter Unterhaltungsroman. Er befasst sich mit Themen wie: Was kann man gewinnen, wenn man alles verliert? Aber auch: Sind diejenigen, die sich für die alternativen Weltverbesserer halten, nicht vielleicht in Wirklichkeit nur schnöde Egoisten und Schmarotzer? Und sind die wahren Helden des Alltags vielleicht eher die, die auf den ersten Blick gar nicht so scheinen?

Der Roman wurde vom Deutschen Literaturfonds gefördert. Isabella Straub hat Germanistik und Philosophie studiert und war Werbetexterin. Ihr Roman „Südbalkon“ (2013) stand auf der Shortlist des Bremer Literaturförderpreises, des Franz-Tumler-Preises und gewann den Debütpreis der Erfurter Herbstlese. Zuletzt erschien von ihr der Roman „Das Fest des Windrads“ (2015).

Isabella Straub: Wer hier schlief, 304 S., Blumenbar, 20 Euro, ISBN 978-3-3510-5042-9.

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