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"JeKi" erfüllt mit Horst Köhler Kinderwünsche

GELSENKIRCHEN Der Name des Projektes klingt utopisch: "Jedem Kind ein Instrument" (JeKi). Ob Gitarre oder Kontrabass - für 45 Grundschüler in Gelsenkirchen hat sich der Wunsch erfüllt. Bundespräsident Horst Köhler kann es bezeugen.

von Von Michael Billig

, 26.08.2008

Noch eine Stunde nachdem sie ihre Instrumente erhalten haben, klampfen, posaunen, geigen und trompeten die Zweitklässler darauf herum. Es scheppert auch, wenn eine Gitarre etwas unsanft mit dem Fußboden in Berührung kommt. So spielt sich ein fröhliches Durcheinander von Klängen und Geräuschen im gemeinsamen Foyer der Schulen "Don Bosco" und "Martin Luther" ab.Trompete spielen macht durstig  Tobias versucht aus seiner Trompete einen Laut zu pressen. Der Achtjährige bläst die Backen auf und pustet in das Mundstück. Nichts passiert. Zweiter Versuch. Wieder nichts. Jetzt muss er erstmal Luft holen, an Aufgeben ist nicht zu denken. Und siehe da: Beim dritten Anlauf entweicht dem Instrument ein tiefer Ton. Geschafft, denkt sich Tobias und grinst. Zwischendurch hastig ein Schluck aus dem Trinkpäckchen. Musizieren macht durstig. Reden von Politikern lauschen auch.

Zweifelsohne, es ist ein großer Tag. Erfreulicherweise fasst sich die geballte Prominenz von Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski über Bundespräsident Horst Köhler, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bis zu Kulturstaatsminister Bernd Neumann kurz. Geschichten aus der eigenen Kindheit statt großer rhetorischer Kniffe. "Als ich so alt war wie ihr, konnten sich viele ein Instrument nicht leisten", sagt Bundespräsident Köhler zu den Grundschülern. "Deswegen kann ich auch kein Instrument spielen." Köhlers Frau spielt Blockflöte - "ganz gut" Aber seine Frau könne, gleich zwei oder drei. "Zwei gut und Blockflöte auch ganz gut." Und er macht deutlich: Ohne üben geht es nicht. Dass sich das Üben lohnt, zeigt Kulturstaatsminister Neumann an seinem Beispiel. Als Kind habe er Akkordeon gelernt und später mit dem Musizieren sein Studium finanziert. Einen Beweis seines Könnens bleibt er leider schuldig.

Die Zweitklässler hingegen geben eine Kostprobe von dem, was sie in der musikalischen Früherziehung im ersten Schuljahr gelernt haben. Sie trällern zwei Lieder, Horst Köhler und seine Gattin Eva Luise haben sie sogar mit einem Ständchen begrüßt. Der Bundespräsident ist es auch, der das erste Instrument übergeben darf: eine Gitarre für Noah. Dann ein Horn für Linda. Und für Tobias die Trompete.