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Im Kino

Jella Haase schafft das schon

dortmund Warum man der deutschen Filmkomödie „Vielmachglas“ wenig Vertrauen entgegenbringt? Ganz einfach – ihr Titel klingt verdächtig nach Til Schweiger, und auf dem Filmplakat prangt Matthias Schweighöfer. Dank Jella Haase kann man sich den Film dennoch anschauen.

Jella Haase schafft das schon

Als Marleen hat Jella Haase nicht nur viel Gepäck, sie trägt auch mühelos den Film „Vielmachglas“.Foto warner bros Foto: dpa

Wie man sich doch täuschen kann. Schweighöfer ist gar nicht so groß und wichtig, sondern nach 25 Filmminuten mausetot. Vorher wird er aufdringlich als Weltenbummler und flippiger Hippie mit Tattoo und Rastalocken gefeiert, aber nun ist Erik hinüber. Exitus nach Autocrash. Seine Schwester Marleen (Jella Haase) hat überlebt.

„Vielmachglas“ ist ein Jella Haase-Film



Welch ein Glück! Ab jetzt ist der Film ein Jella Haase-Film. Weit und breit gibt es keine im deutschen Kino, die diese mittelprächtige, etwas dahergesuchte Roadmovie-Komödie in die Gewinnzone reiten könnte – außer Haase. Mit ihrer unnachahmlichen Mischung aus Pampigkeit, Frechheit und Gefühl ist sie Zicke, Göre, Heulsuse in einem.

Jella Haase beherrscht eben die Kunst des Übergangs: von trotzig zu amüsiert, von erfreut zu angewidert. Wobei ein geringschätziger Blick bei leicht gerümpften Nasenflügeln so etwas wie ihre Geheimwaffe ist, die die 25-Jährige auch in den „Fack Ju Göhte“-Streifen einsetzt, wo ihre Chantal viele Lacher einheimste.

Schauspielerische Kunst ist die Komödie allerdings nicht



Dass sie mehr kann als leichte Kost, hat sie als Nazi-Backfisch („Kriegerin“) und als Psychiatrie-Patientin („Vier Könige“) gezeigt. In „Vielmachglas“ (Regie: Florian Ross, Buch: Finn Christoph Stroeks) wird sie nicht schwer gefordert.

Haase spielt locker auf und trägt den Film. Als habe man ihr freie Hand gegeben: Tu, was du kannst, der Rest wird schon! Marleen reist Richtung Norden. Sie fährt im Kli-Kla-Klawitterbus für Rentner, lacht sich eine Ziege an, prügelt sich mit Katy Karrenbauer, findet einen Freund, vielleicht den Sinn des Lebens. Klingt nach wenig, ist aber besser als jüngste Werke von Schweiger und Schweighöfer.

Übrigens: Die Ziege Bounty in dem Film „Vielmachglas“ kommt aus Dortmund. Die Kollegin Gaby Kolle aus der Lokalredaktion Dortmund hat Bounty getroffen. Hier geht‘s zum Artikel.

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