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Klavier-Festival Ruhr

Jingge Yan zeigte Chinesische Bravour mit viel Kraft

DORTMUND Technisch perfekt ist der 26-jährige Chinese Jingge Yan, ein virtuoser Pianist mit viel Kraft und Sinn für Farben und Kontraste. Aber irgendetwas fehlte beim Auftritt des Gewinners des Bonner Beethoven-Wettbewerbs am Donnerstagabend beim Klavier-Festival Ruhr im Dortmunder Harenberg-City-Center.

Jingge Yan zeigte Chinesische Bravour mit viel Kraft

Jingge Yan spielte als Gewinner des Beethoven-Wettbewerbs beim Klavier-Festival Ruhr.

Wie ein Uhrwerk spulte Yan Beethovens Diabelli Variationen herunter. Fehlerfrei und brillant. Aber sein Herz war nicht richtig mit dabei. Seele fehlte dem Spiel des Chinese und dadurch auch Spannung, um den 33 Variationen einen großen Atem zu geben und die Charakteristik der Sätze schärfer herauszuarbeiten.Fortsetzung mit Dutellieux Eröffnet hatte der Pianist die kleine Reihe "Die Besten der Besten", die am samstag (9.6.) um 17 und um 20 Uhr im Harenberg-Haus fortgesetzt wird, mit der Sonate von Dutilleux aus dem Jahr 1916. Sie lebte von scharfen Kontrasten, einem brillanten Spiel des 26-Jährigen und klang farbiger als die Beethoven-Variationen.Kraftvoll und explosiv Die hatte Jingge Yan auf Hochglanz poliert, spielte mit hartem Anschlag - kraftvoll, explosiv und in schnellen Tempi. Stimmungen kann man in der gewaltigen Variationenfolge besser herausarbeiten als Yan es tat. Der Chinese ist ein Virtuose, den allenfalls noch kleine Scherzando-Einschübe interessierten, aber Poesie und Zwischentöne ignorierter er weitgehend.Kaum Ruhe zum Entspannen Da klangen die Variationen sehr nach Etüdensammlung, Ruhe zum Entspannen gab er der Musik und dem Publikum selten. Zweifelos ist Jingge Yan ein glänzender Pianist, aber die Ausstrahlung seines Landsmannes Lang Lang und die spielerische Leichtigkeit und das Charisma Yuja Wangs aus der neuen Klaviermacht China hat er (noch) nicht.Gespannt auf Chen Zhang Da darf man auf den Chinesen Cheng Zhang, der als Gewinner des Clara Haskil-Wettbewerbs am Samstag (9.6.) um 20 Uhr beim Klavier-Festival im Harenberg-Haus spielt, gespannt sein.

 

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