Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Buchkritik

Joachim Meyerhoff: „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“

Joachim Meyerhoff hat ein ganz besonderes Problem: Er muss aufpassen, dass seine drei Freundinnen niemals voneinander erfahren.

Joachim Meyerhoff: „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“

Eifrige Dortmunder Theatergänger der frühen 1990er-Jahre dürften Joachim Meyerhoff kennen. Er gehörte damals zum Ensemble des Dortmunder Schauspiels. Und von genau dieser Zeit handelt sein neuer Roman „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“.

Der Ich-Erzähler in diesem Buch, der genauso heißt wie der Autor selbst, liebt die intellektuelle, aber anstrengende Hanna in Bielefeld. Als er jedoch von dort weggeht und einen Vertrag in Dortmund unterschreibt, verliebt er sich genauso schnell in die rassige Tänzerin Franka. Sie ist das genaue Gegenteil von Hanna: Franka sieht atemberaubend gut aus, will Sex und die Nächte durchfeiern.

Eine Dritte im Bunde

Und dann gibt es noch die mollige Bäckersfrau Iris, die den – ob des Stresses – immer dürrer werdenden Joachim liebevoll an ihren riesigen Busen drückt.

Man könnte nach dieser Kurzbeschreibung denken, „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ sei ein klamaukiges und oberflächliches Beziehungskistenbuch. Ist es aber nicht. Die Dialoge sind stimmig, die Charaktere psychisch genau ausgearbeitet und glaubhaft.

Theater-Innensichten

Außerdem geht es nicht nur um Meyerhoffs Probleme mit den Frauen. Man erfährt auch einiges aus dem Innenleben des Theaterbetriebs, liest von unfähigen Regisseuren, Fehlbesetzungen und langweiligen Stücken. Der Ich-Erzähler möchte nicht zum tausendsten Mal Schillers „Räuber“ spielen, sondern lieber bei einem radikaleren Theater mitmachen. Allerdings hat er Schwierigkeiten, seine Mitschauspieler davon zu überzeugen. Dazu gibt‘s einige Rückblicke aus dem früheren Leben des Erzählers.

Ärgerlich, aber verschmerzbar sind ein paar kleine Fehler. Mit dem Dortmunder Stadtteil „Hörne“ dürfte Hörde gemeint sein, und „Dortmund-Herdecke“ gibt es schlicht nicht. Insgesamt trotzdem ein gutes Buch.

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger, 416 S., Kiwi, 24 Euro, ISBN 978-3-4620-4944-2.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Filmfestspiele in Berlin

Berlinale-Filme zeigen Suche nach Erlösung

Berlin Erlösung hat viele Gesichter: Die Berlinale stellt die Kinogänger mit Zwölf-Schritte-Programmen und vierstündigen Rock-Opern auf die Probe. Auch Joaquin Phoenix fremdelt mit dem Festival.mehr...

Lüner Kinofest bei der Berlinale

Tatort-Pathologe Joe Bausch will mehr Theater spielen

Berlin/Lünen Schauspieler und Mediziner Joe Bausch war Gast beim Empfang des Lüner Kinofestes in Berlin. Und der Termin für das nächste Lüner Kinofest steht auch schon fest.mehr...

Festival „Stücke“ in Mülheim

Acht Theater-Autoren konkurrieren um den Dramatikerpreis

Mülheim Acht Stücke konkurrieren in Mülheim um den Dramatikerpreis. Die Aufführung eines der acht nominierten Stücke ist jedoch noch fraglich. In allen Texten geht es um Untergangs-Szenarien.mehr...

„Hans Heiling“ in der Aalto-Oper

Glück auf: In Essen feiert eine Kohle-Oper Premiere

Essen .Die Museen in der Region würdigen das Ende des Steinkohlebergbaus 2018 mit großen Ausstellungen. Die Aalto-Oper Essen beteiligt sich an dem Erinnerungsmarathon. Mit einer Bergbau-Oper.mehr...

Philharmonie Essen

Glanzvoller Abend mit zwei Opernstars

Essen Wolfs „Italienisches Liederbuch“ mit Diana Damrau und Jonas Kaufmann aus Essen soll auf CD erscheinen. In der Philharmonie Essen begeisterte dieser Abend.mehr...