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Ruhrfestspiele

John Malkovich amüsierte als Musikkritiker

Recklinghausen Der Hollywood-Star rezitierte bei den Ruhrfestspielen aus Verrissen. Und wurde am Schluss selbst der Künstler, der von der Kritik verrissen wird..

John Malkovich amüsierte als Musikkritiker

Hollywood-Star John Malkovich spielte bei den Ruhrfestspielen den Musikkritiker. Foto: dpa

Beethovens Violinsonate ist „seltsam“, die Werke von Chopin sind „schwadronierende Übertreibungen und qualvolle Kakophonien“, und die Kompositionen von Schumann leiden unter einem „Mangel an wahrem Ausdruck“. Musikkritiker waren schon immer hart in ihren Urteilen über zeitgenössische Musik. Und sie hatten im Rückblick selten recht.

Ein Klavierquintett widerlegte die Kritiker

Hollywood-Star John Malkovich war am Pfingstmontag bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen der Musikkritiker, der (in Englisch) aus Kritiken des 18. und 19. Jahrhunderts rezitierte. Die deutschen Texte konnten die Besucher im ausverkauften großen Haus im Programmheft mitlesen.

Und ein Klavierquintett um den Pianisten Hyung-Ki Joo und den Geiger Aleksey Igudesman, der die Idee zu diesem interessanten Programm hatte, trat zwischen den Rezitationen mit Auszügen aus den kritisierten Werken den Beweis an, wie falsch die Kritiker damals gelegen haben.

Ein süffisant lächelnder Vertreter der Zunft

Malkovich war ein süffisant lächelnder, selbstgefälliger und sehr bestimmter Vertreter der Zunft.

Viel Raum für große Schauspielkunst hatte er in den Rezitationen nicht; erst am Schluss, in der Vertonung einer Kritik über den „Being John Malkovich“-Abend 2010 in Istanbul, blitzte mehr theatralische Bühnenpräsenz des 64-Jährigen auf.

Melodram aus Istanbul

Aleksey Igudesman hat diesen Verriss als Melodram mit kraftvoller, energiegeladener Musik vertont. „Schickt ihn zurück nach Chicago, ans Steppenwolf-Theatre, wo seine Karriere begann; er soll noch mal etwas über modernes Theater lernen“, schimpfte der Kritiker in Istanbul.

Klassisch und als unterhaltsames Musikkabarett präsentierte das Klavierquintett die pausenlosen 90 Minuten. In den beiden Zugaben wurde aus dem Musikkritiker Malkovich der Geigenlehrer Malkovich, der genau wusste, wie Bachs „Ave Maria“ auf der Geige gespielt werden muss. Himmlisch – da haben auch Musikkritiker heute wenig zu meckern.

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