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Buchkritik

Jonas Bonnier: „Der Helicoptercoup – Die Millionenbeute“

Es ist der vielleicht spektakulärste Kriminalfall in der schwedischen Geschichte: Von einem Helikopter seilen sich Diebe am 23. September 2009 auf das Dach des Bargeld-Depots eines Geldtransporter-Unternehmens in Stockholm ab, sprengen ein Loch in das Betondach, rauben 39 Millionen Kronen (über 4 Millionen Euro) und entkommen der Polizei – zumindest zunächst.

Jonas Bonnier: „Der Helicoptercoup – Die Millionenbeute“

Der schwedische Autor und Journalist Jonas Bonnier führte für seinen Thriller „Der Helicoptercoup – Die Millionenbeute“ ausführliche Gespräche mit den Tätern, die wenige Tage nach dem Überfall von der Polizei gestellt werden konnten.

Und auch wenn es sich um einen Roman und keine Dokumentation handelt – dieser intensive Kontakt zu den Räubern gibt dem Thriller eine besondere Note: Bonnier beschreibt die Planung des Coups sehr detailliert, flechtet auch persönliche Episoden seiner drei kriminellen Hauptfiguren ein.

Exakte Planung

Als Leser fiebert man daher durchaus mit, wenn die drei Männer ihren Plan über Monate hinweg exakt planen, die Gegebenheit vor Ort auskundschaften, Verbündete – zum Beispiel einen Helikopter-Piloten – suchen. Interessant ist es zu erfahren, in wie vielen kleinen Schritten der Raub geplant wird, welche Ideen verworfen werden – und wie einfach gestrickt der Überfall letztlich dann doch ist.

Zwar wird auch die Arbeit der Gegenseite, die der Ermittler der Polizei, aufgegriffen, doch näher dran ist der Leser an den Kriminellen. Dieser Ansatz verleiht dem Thriller eine außergewöhnliche Perspektive. Man versteht die Beweggründe der Diebe. Liest, wie andere, legale Pläne Geld zu verdienen, scheitern.

Lösungen für alle Probleme

Die Vorbereitung der Räuber läuft nahezu ohne Rückschläge, die Männer finden Lösungen für alle Probleme. Doch auch die Polizei schläft nicht und ist den Männern bereits im Vorfeld des Coups dicht auf den Fersen, weil sie einen Tipp bekommt.

Jonas Bonnier: Der Helicoptercoup – Die Millionenbeute, 416 S. , Piper, 20 Euro, ISBN 978-3-492-05847-6.

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