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Buchkritik

Jürgen Domian: „Dämonen – Hansens Geschichte“

Hansen, der Held in Jürgen Domians Roman „Dämonen“, hat das Leben satt. An seinem 60. Geburtstag, am 21. Dezember, will er in Lappland sein, eine Flasche Whisky trinken, sich nackt ausziehen, in den Schnee legen und durch Erfrieren sterben.

Jürgen Domian: „Dämonen – Hansens Geschichte“

Innerlich gestorben ist Hansen schon lange. Seine Wohnung in Berlin hat er ausgeräumt, das Testament für seinen Sohn auf den Tisch gelegt. Von seinem Freund Kay verabschiedet er sich – und sagt ihm schon im Sommer, kurz vor der Abfahrt nach Lappland, dass er sich umbringen wird. Seinem Sohn hat Hansen das verheimlicht.

Nachdenklich

Domians Buch bringt die Leser an vielen Stellen zum Nachdenken: Sollte man sich selbst töten, nur weil das Leben langweilig geworden ist? Die Frau von Hansens Vermieter seiner Hütte in Lappland ist an Krebs erkrankt. Sie würde gerne weiter leben, darf es aber nicht. Darf man einem Freund die Bürde eines solchen Geheimnisses aufladen? Und sollte der Freund schweigen oder doch den Sohn informieren, damit der sich verabschieden kann oder den Selbstmord des Vaters vielleicht verhindern kann?

Im Sommer und Herbst in Lappland kommen die „Dämonen“ in Hansens Kopf – Geister, die ihn umzustimmen versuchen. Wird Hansen am 21. Dezember sein Leben beenden? Domian lässt viel Spannung in dem Roman und überrascht am Schluss doch noch alle.

Jürgen Domian: Dämonen – Hansens Geschichte, 192 S., Gütersloher Verlagshaus, 17,99 Euro, ISBN 978-3-5790-8691-0.

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