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In Unna

Jussi Adler-Olsen mit Europäischem Krimi-Preis ausgezeichnet

UNNA Er ist der Lieblingsdäne der Deutschen: Jussi Adler-Olsen wurde am Dienstagabend in Unna mit dem Europäischen Krimi-Preis ausgezeichnet. Es ist nicht sein erster Besuch beim Festival "Mord am Hellweg" und in der Region - der Stadt Lünen hatte der weltbekannte Autor sogar seine erste Kurzgeschichte gewidmet.

Jussi Adler-Olsen mit Europäischem Krimi-Preis ausgezeichnet

Der dänische Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen (r.) hat gestern Abend in Unna den »Ripper Award« bekommen. Peter Lohmeyer (l.) las aus dem Buch.

Er erntet Einsen wie ein Streber. Kaum ist Jussi Adler-Olsens Krimi „Verheißung – Der Grenzenlose“ auf dem Markt, schmust der Lieblingsdäne der Deutschen mit der Bestnote. Die Top-Platzierung in der Bestsellerliste kündigt sich an. Und schon am Dienstag bei der Preisverleihung vor seiner Lesung setzt es in Unna fünfmal die Eins für den Europäischen Krimi-Preises.

Rausch aus Beifall und Bargeld

11 111 Euro ist dem Regional-Festival „Mord am Hellweg“ das literarische Werk Adler-Olsens wert. Weil es die Leser so wollen. Bei der Publikumswahl im vergangenen Festival-Herbst votieren sie mehrheitlich für den Erfinder des Kopenhagener Sonderdezernats Q um Carl Mørck.

Kein Wunder, dass der Psychiater-Sohn die Seele des Volkes streichelt, als er von dem „für mich wichtigsten Preis“ spricht. Ein Rausch aus Beifall und Bargeld umgibt den Mann, der nach einer wahren Terminhatz von Leipzig (Buchmesse) über Hamburg und Köln (lit.Cologne) nun in Unnas Stadthalle den Höhepunkt seiner Karriere feiert.

Demütig

Er nimmt den Preis demütig entgegen, spricht davon, das Geld Bekannten und Freunden zu spenden, die es nötiger haben als er. „Ich bin ein Glückskind“, sagt der Däne, seinen verstorbenen Vater zitierend. Der habe früh erkannt, welche Talente im Sohnemann schlummern. Jussi lebt eine Begabung nach der anderen aus: Koordinator der dänischen Friedensbewegung, Chef einer Solarfirma, Komponist von Filmmusik. Heute, da er 64 Jahre zählt, ist das Schreiben „mein neuntes oder zehntes Leben“.

Ein Leben, das ihn bereits zum fünften Mal zu Festival und in die Region führt. Dafür ist er dankbar: „Hier erhielt ich die Chance zu entdecken, dass ich auch Kurzgeschichten schreiben kann.“ Seine erste, „Der Spalt von Lünen“, landet 2010 in der Krimi-Anthologie von „Mord am Hellweg“. Da ist die Q-Reihe in Deutschland erst einen Band alt, die Karriere jung. Heute gibt ihm das Festival die Rechte an der Story zurück, prompt ist sie Nummer 1 der dänischen E-Book-Charts.

Esoterik-Hippie-Bewegung

Einserkandidat eben. Aber kein Streber, wie seinem Schatten auf den Lesereisen zu entnehmen ist. „Jussis Lebenslust und sein Humor“, sagt der Schauspieler Peter Lohmeyer, „sind ansteckend und blitzen in den Büchern immer wieder auf.“

So gibt es bei etlichen Morden in „Verheißung“ dennoch etwas zu lachen, wenn Jussi Adler-Olsen die Esoterik-Hippie-Bewegung aufs Korn nimmt. 

  • Der neue Roman „Verheißung“ von Jussi Adler-Olsen ist der sechste Fall für Carl Mørck. Er führt ins obskure „Zentrum zur Transzendentalen Vereinigung von Mensch und Natur“.
  • Auf 608 Seiten erzählt der dänische Bestsellerautor die Geschichte eines Selbstmörders, der 17 Jahre den Mörder einer jungen Frau gesucht hat.
  • Die vielfach preisgekrönten Bücher erschienen in über 40 Ländern und wurden mehrfach verfilmt.
  • Auf unserer Lesestoffseite Ende März lesen die Besprechung des neuen Thrillers.
  • Den Ripper-Award bekamen seit 2009 zuvor Henning Mankell , Hakan Nesser und Fred Vargas.

 

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