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Käse war Kritik an Dekadenz

WUPPERTAL Alte, verborgene Schätze hat das Wuppertaler Von der Heydt-Museum aus seinem Depot ans Licht geholt. In einer Ausstellung werden Werke gezeigt, die schon lange nicht mehr präsentiert werden konnten.

von Von Nadja Schöler

, 21.12.2007
Käse war Kritik an Dekadenz

Vegetarisches Stillleben von Floris van Schooten Mitte des 17. Jahrhunderts.

Die Besuchertrauben, die seit Ende Oktober in die erste Etage zur Renoir-Ausstellung strömen, verteilen sich nun auf zwei weitere Ausstellungen. Die Von der Heydt-Sammlung ist innerhalb von zwei Monaten nun ein drittes Mal neu gehängt und geordnet worden. Ein Rundgang bringt viel Neues. Graphik und Malerei wurden miteinander kombiniert, oft bilden Skulpturen den Mittelpunkt der Ausstellungsfläche. Ausgehend vom frühen 19. Jahrhundert führt die Präsentation der Sammlung von Picassos "Frauenakt" und Degas "Zwei Tänzerinnen" über die Jahre vor dem ersten Weltkrieg, deren Spannungen Munch, Liebermann und Metzinger in ihrer Arbeit festgehalten haben.

  Auch Expressionisten finden ihren Platz. Unerwartet treffen Besucher im Kabinett auf unbekannte grafische Porträts etwa von Dix und Picasso. Den Surrealismus dokumentiert das Museum anhand seiner Vorläufer Max Ernst und Yves Tanguy. Am Ende des Rundganges dann noch eine Neuerwerbung, auf die Museumsdirektor Gerhard Finckh besonders stolz ist. Beinahe lebensgroß schreitet Joseph Beuys auf den Betrachter des Fotos zu, das 1972 entstanden ist.

Niederländische Malerei

Unter dem Titel "Ein Fest der Sinne" präsentiert das Museum eine weitere Ausstellung über Niederländische Malerei und Graphik des 17. Jahrhunderts. 60 Werke verfolgen hier die großen Entwicklungen der Malerei. Fantasielandschaften lösten die Darstellung sakraler Themen ab, bevor später Natur und heimische Landschaften dargestellt wurden. Interessant sind die Stillleben, die die Spezialisierung niederländischer Künstler zeigen. Das "Frühstücksstillleben" von Floris van Schooten mit gestapeltem Käse stellt bescheiden und nüchtern vegetarische Lebensmittel dar, ganz im Gegensatz zu der prunkvollen flämischen Stillebenmalerei. Auch diese Gemälde werden begleitet von einer Auswahl an Grafiken.