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Kein Blumentopf zu gewinnen ... mit Ingrid Nolls "Ladylike" am WLT

CASTROP RAUXEL Mit Literaturdramatisierungen hat das Westfälische Landestheater (WLT) in Castrop-Rauxel nicht wirklich Glück. Nach der Bühnenadaption von Henning Mankells Roman "Frost" konnte jetzt die Premiere von Bestseller-Autorin Ingrid Nolls "Ladylike" ebenfalls nicht überzeugen.

Kein Blumentopf zu gewinnen ... mit Ingrid Nolls "Ladylike" am WLT

Anneliese (Karin Graf) und Ewald (Walter Theil) in der WLT-Inszenierung.

Das liegt auch am Requisiten- und Kostüm-Wahn des Abends. So scheinen die Musikeinspielungen länger als die eigentlichen Mini-Spielszenen. Bei dieser Dramaturgie kommt keine Spannung auf, sie ist so langweilig wie ein Geranien-Topf. Vermutlich als Regie-Gag gedacht, sammeln sich während der gut 90-minütigen Aufführung immer mehr dieser Oma-Blumen auf der Bühne an.

Aneinanderreihung von Klischees

Es geht um zwei alte Damen, die wissen, wie man sich von lästig gewordenen Ehepartnern mit Hilfe von Kräutern entledigen kann. In ihre idyllische Senioren-WG bricht Ex-Tanzstundenpartner Ewald ein und die boulevardesken Verwirrungen nehmen ihren Lauf. Bei Noll liest sich das recht amüsant, doch ihr (schwarzer) Humor verpufft in der Inszenierung von Gert Becker. Auch beschränkt sich Christian Scholze in seiner dramatisierten Fassung auf einige Schlüsselszenen des Kriminalromans - mit dem Effekt, dass das Stück wie eine Aneinanderreihung von Klischees wirkt.

Kein Slapstick

Regisseur Gert Becker lässt seine drei Protagonisten einige auf Lacher angelegte Handlungen vollführen. So muss Ute Zehlen als elegante Lore ihrer WG-Genossin, der korpulenten Anneliese (Karin Graf), recht auffällig viele Zuckerstücken in die Tasse geben. Oder die beiden versuchen, einen riesigen Karton durch eine Tür zu transportieren - Slapstick ist was anderes. Und Walter Theil wirkt nur wie eine Karikatur seiner Ewald-Figur.

Keine runde Sache, eher eine abgehackte mit abruptem Ende. Auch wenn man von den vielen kleinen Texthängern oder dem vergessenen Requisiten-Handy von Ewald absieht. Dann lieber das Buch lesen.

 

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