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Keramikerin kopiert die berühmte Himmelsscheibe von Nebra

GELSENKIRCHEN Sechs Versionen der berühmten Himmelsscheibe von Nebra hat Barbara Echelmeyer aus Gelsenkirchen schon verkauft. 30 Exemplare will und darf die Künstlerin fälschen - alles ganz legal.

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Das Original, schätzungsweise 3600 Jahre alt.

Barbara Echelmeyer in ihrer Werkstatt in Gelsenkirchen. Sie hat die Lizenz zum Fälschen.

 Die Himmelsscheibe, 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra (Sachsen-Anhalt) ausgebuddelt, ist ein Objekt der Begierde. Schatzsucher, Sternenkundler und Kunstsammler haben die Finger nach ihr ausgestreckt. Doch seit 2002 befindet sich das schätzungsweise 3600 Jahre alte Fundstück in sicherem Gewahrsam. Das Landesmuseum in Halle an der Saale hütet die Himmelsscheibe wie den Heiligen Gral. Umso gefragter sind in jüngster Zeit Repliken.

"Ich habe die Lizenz dafür vom Museum bekommen", sagt Barbara Echelmeyer. Ihre Arbeiten unterscheiden sich von dem Original im Material. Echelmeyer folgt ihrer Profession und verwendet Keramik. Die Himmelsscheibe von Nebra ist aus Bronze. Ansonsten sehen sich Original und Replik zum Verwechseln ähnlich: Auf malachitgrünem Grund, dem Nachthimmel, leuchten 32 goldene Kreise, die Sterne. Sieben von ihnen stehen eng beieinander, sie bilden die Plejaden, nach denen, so die Wissenschaft, Bauern einst Aussaat und Ernte bestimmten.

Voll- und Sichelmond sowie die Horizontbögen rechts und links runden das Himmelsgestirn ab. Dass es sich dabei um mehr als eine der ältesten Darstellung astronomischer Phänomene handelt, beweist der dritte Bogen am unteren Rand. Die starke Krümmung lässt auf ein Schiff schließen, eine Himmelsbarke, die hier erstmals als zentrales mythisches Symbol in Europa auftaucht. Bisher war dieses nur aus Ägypten bekannt.Echte Verwechslungsgefahr ausgeschlossenBarbara Echelmeyer hat sich streng an das Original gehalten. In ihrer Werkstatt in der Künstlersiedlung Halfmannshof zeugen Plakate, Kalender und Kopien auf Papier von ihren Studien. Sogar Brüche und Risse, die Schatzsucher der Himmelsscheibe zugefügt haben, hat sie detailgetreu übernommen.

Weil wegen des Materials keine echte Verwechslungsgefahr besteht, darf sie ihre Repliken in Originalgröße mit einem Durchmesser von rund 32 Zentimetern herstellen. "Die aus Bronze sind kleiner, müssen kleiner sein", sagt Echelmeyer über andere Arbeiten, die sie im Museumsshop in Halle gesehen hat. Für rund 900 Euro gehen sie dort über den Ladentisch. Ein bisschen mehr kosten Echelmeyers Himmelsscheiben aus Keramik.

Der erste Kunde war der Ideengeber: der Initiativkreis Horizontastronomie aus Recklinghausen. In dessen Besitz gingen zwei Exemplare über. Sie sollen auf der Halde Hoheward ausgestellt werden. Eine Scheibe davon gestaltete Echelmeyer so, wie sie ursprünglich ausgesehen haben könnte. Der Himmel war schwarz, mutmaßen Experten. Erst im Erdreich habe er sich verfärbt.

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