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Kino: Sergei Bodrovs „Der Mongole“

Vom vaterlosen Knirps zum Vogelfreien. Vom Anführer einer kleinen Schar zum Herrscher eines Weltreiches. Sergei Bodrovs „Der Mongole“ erzählt von Jugend und Aufstieg des Temudjin, der Welt besser bekannt als Dschingis Khan.

Kino: Sergei Bodrovs „Der Mongole“

Temudgin alias Dschingis Khan (Tadanobu Asano) sitzt mit einem blutigen Schwert im Sand.

Eine filmische Annäherung an einen Titanen der Geschichte. Bodrov geht in dieser russisch-deutsch-mongolisch-kasachischen Koproduktion nicht den amerikanischen Weg, spiegelt die Größe der Figur nicht durch klotzige Gigantomanie und Massenszenarien aus dem Rechner. Eine Mammutschlacht sehen wir erst am Ende dieser 120 Filmminuten. Nein, Bodrov entwickelt das Porträt des größten aller Mongolen aus dem Schoß einer Familie, aus dem engen Dunstkreis von Lagerfeuer und Jurte. Erdig und dunkel sind die Farben des Films. Hart ist das Leben der Nomaden in der Steppe, die sich endlos bis zum Horizont erstreckt. Imponierende Panoramen der Weite und Bilder mongolischen Brauchtums verschmelzen zu einer folkloristischen Studie von Land und Leuten. Folgerichtig steht Bodrovs Film näher bei Kurosawas „Uzala, der Kirgise“ als bei Oliver Stones „Alexander“. Dieser Temudjin hat Mist an den Hacken, aber keinen goldenen Löffel im Mund. Er ist ein armer Wicht, umzingelt von Feinden. Seine Familie wird bestohlen, der Junge mehrfach versklavt. Später, als er immer mehr Männer um sich schart, wird er sich genau erinnern, wer ihm einmal geholfen hat.

Da die Quellenlage dürftig ist, genehmigt sich der Regisseur die Freiheit, Dschingis Khan als großen Liebenden zu zeigen. Es ist seine Frau Börte, die den Helden (gespielt vom Japaner Tadanobu Asano) aus der Knechtschaft befreit. Bodrovs Dschingis ist ein Mann von Ehre und Prinzipien, gelegentlich ins Mythische überhöht. Nur ein weiser Diplomat konnte die Mongolen einen und ihre Schlagkraft bündeln. Den grausamen Khan der Schädelpyramiden sehen wir wohl in einem zweiten Teil. Beeindruckend bildgewaltig und mit epischem Atem erzählt.

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