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Kinofestival Lünen: "Palermo Shooting" ist eine langatmige Angelegenheit

LÜNEN So wichtig große Namen für die Außendarstellung eines Festivals sind: Enthusiasmus löste Wim Wenders mit "Palermo Shooting" beim Lüner Kinofest nicht aus.

Kinofestival Lünen: "Palermo Shooting" ist eine langatmige Angelegenheit

<p>Fotograf Finn (Campino) und Milla Jovovich. Foto Senator</p>

Eher gewinnt man den Eindruck, dass hier einer am Werk ist, dem die Themen ausgehen, der sich seine Filme mühsam abringt. Ansatzweise reflektiert Wenders die eigene Lähmung, kommt aber über larmoyanten Pessimismus kaum hinaus.

Tote Hosen-Sänger Campino spielt einen Düsseldorfer Fotografen in der Sinnkrise und fungiert als Wenders' Sprachrohr. Später ist es Dennis Hopper, dem Wenders Leitmotivisches in den Mund legt. In etwa: Digitale Bilder sind die Totengräber der Wahrheit, überall nur manipulierte Oberflächen. Tschüss Tiefgang, ade Glaubwürdigkeit!

Die Eröffnung von "Palermo Shooting" ist eine Reprise von Antonionis "Blow Up": Finn, erfolgreicher Mode- und Kunstfotograf, bewegt sich in der Luxuswelt des schönen Scheins, fühlt sich aber leer und ausgebrannt. Ein Lastkahn namens "Palermo" fährt auf dem Rhein, ein Hobby-Schäfer sinniert über Zeit und Dasein.

Ein Hauch von Mystery Prompt bricht Finn nach Palermo auf, um sich im wahren Leben zu erden. Ein bleicher Kapuzenmann feuert Pfeile auf ihn ab. Ein Hauch von Mystery, geborgt bei "Wenn die Gondeln Trauer tragen". Oder nur ein Traum? Finn trifft eine Restauratorin alter Fresken (Giovanna Mezzogiorno), landet im Archiv des Todes und trifft den Sensenmann (Dennis Hopper) persönlich. Der erteilt ihm eine Lektion: Carpe Diem, verschwende keinen Tag!

Wenders' Drehbuch fabuliert langatmig, metaphern-verquast, zaunpfahlwinkend. Zudem hat die krause Sinnschürferei kein wirkliches Zentrum. Es hilft wenig, dass Irmin Schmidt von Can den Score komponierte und der Soundtrack exquisit ist. Auch bloß hübsche Oberfläche (ab 20.11. im Kino).

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