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Künstlerduo bei Ruhrtriennale

Könige des Recyclings kommen nach Bochum

BOCHUM. Diese beiden sind die Könige des Recyclings, die Architekten des Altholzes. Das international bekannte Künstlerduo Folke Köbberling und Martin Kaltwasser hat schon Einfamilienhäuser, ein Theater und einen Panzer aus dem gebaut, was unsere Gesellschaft wegwirft. Jetzt machen sich die beiden an die Jahrhunderthalle in Bochum heran.

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Folke Köbberling (r.) und Martin Kaltwasser.

2010 errichtete das Duo ein temporäres Theater in London.

"Crushed Cayenne" heißt diese Installation, die in Karlsruhe zu sehen war.

"Das sind schon sehr radikale Äußerungen an Orten, wo man eigentlich nie etwas bauen dürfte", schmunzelt Martin Kaltwasser selbst. Auch ihre Kunst-Baustelle rund um die schicke Bochumer Jahrhunderthalle dürfte ein Knüller werden: Ein buntes Wegenetz aus 5000 Europaletten soll hier entstehen, einen Kilometer lang und von Bürgern selbst gestaltet - inklusive einer 80 Meter langen und 4,50 Meter hohen Brücke.Zum Bleiben verführen

"Our CenturY" heißt das Projekt, mit dem neue Triennale-Intendant Heiner Goebbels die Besucher vor und nach den abendlichen Vorstellungen zum Bleiben verführen will. Eine neue Terrasse soll die Wasserbecken hinter der Halle zu einem Ort der Entspannung und Erholung machen. "Unsere Cola-Oase" nennen die Künstler diesen Ort mit ätzender Ironie - denn die beiden Berliner wollen einen Gegenentwurf liefern zu einer Welt wie dem CentrO Oberhausen, wo der Mensch nur als Konsument gern gesehen ist. In den Kunst-Projekten des Duos dürfen die Bürger selbst kreativ in die Stadtplanung eingreifen - mit viel Demokratie, aber ohne Hierarchie und ohne Geld.

Baugenehmigung erteilt

Wer mitmachen will, ist ab 16. Juli zum Zusammenschrauben und Gestalten der Paletten aufgerufen. "Wenn es gut aussieht und die Leute glücklich sind, dann bekommen unsere Projekte immer eine schöne Eigendynamik", erzählt Architekt Kaltwasser. Fachleute erstellen sicherheitsrelevante Elemente wie das Brückengerüst oder die Terrassenkonstruktion.Reisebusse müssen zu Halle kommen

Künstlerische Freiheit endet allerdings da, wo das deutsche Baugesetz anfängt. Eine Genehmigung hat die Stadt Bochum erteilt. Nur die geplante Brücke muss ziemlich an die Seite rücken, damit Reisebusse noch zur Halle kommen. Die Lampen, Schranken und Info-Tafeln stören das Duo dagegen nicht. Kaltwasser: "Das wird einfach eingearbeitet."Kritik an den vielen Autobahnen

Mit dem Wegesystem für Fußgänger, das sich zum Schluss riesengroß und kunterbunt um die Halle schlängeln soll, will das Duo übrigens auch die Ruhrgebietsautobahnen widerspiegeln. Köbberling/Kaltwasser gehen mit unserer übermotorisierten Welt kritisch ins Gericht, haben auch schon einen Porsche Cayenne gebaut - aus Altholz, wie sonst?

 

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