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Zentrum für Internationale Lichtkunst

Kronleuchter klirrt im Keller

UNNA Es gibt Momente, wie nur die Kunst sie erschaffen kann. Die Installation von Tilman Küntzel im Keller des Lichtkunstmuseum Unna bietet so einen. Ein riesiger Kronleuchter ist zu Boden gesunken, die Glühbirnen flackern, es klirrt noch leise. Ein Moment purer Poesie.

Kronleuchter klirrt im Keller

Tilman Küntzel bei der Arbeit an seiner Rauminstallation mit Lüster. Der Künstler, der in Berlin und Lüneburg lebt, ist einer der drei Finalisten des Internationalen Lichtkunst-Preises in Unna.

Was allerdings nicht für den Namen des Kunstwerkes gilt. Der lautet ganz schnöde "Audiovisuelle Rauminstallation mit Lüster". Die Technik dahinter ist ausgefuchst: 25 Starter für Neonröhren steuern das Flackern der 50 Glühbirnen und produzieren zugleich die Geräusche, die aus 25 Lautsprechern an den Kellerwänden quellen.

Dem Betrachter ist das egal, man steht davor und fragt sich: Hat es hier einen Konflikt geben? Eine Zeitenwende? Einen Rosenkrieg? Der Moment des Vergehens und Verglühens ist jedenfalls unbestreitbar schön.

 "International Light Art Award"

Küntzels Werk gehört zu den drei Finalisten des "International Light Art Award" (Internationaler Lichtkunstpreis), die ab Samstag (22.4.) in Unna zu sehen sind. Gewonnen hat der Berliner Künstler aber nicht.

Die Jury sprach dem Japaner Satoru Tamura Freitagabend (21.4.) die mit 10000 Euro dotierte Auszeichnung zu. Sein "Point of Contact for Unna" (Kontaktpunkt für Unna) ist eine aufregende Arbeit, in der der Funke sprichwörtlich überspringt. Ein Motor zieht einen Messingstift über eine Stahlplatte. Immer wenn sich der Stromkreis schließt, leuchtet ein Wasserfall aus Glühbirnen auf.

Eine Kurve im flotten Karo

Die dritte Arbeit heißt "Echo" und ist eine flotte Kurve aus 200 schwarz-weißen Säulen, die sich drehen und eine hypnotische Wirkung erzeugen. Eigentlich wollten Matty Vroegop und Ed Schoonveld aus Holland die Säulen in Form des Unendlichkeitszeichens aufbauen. Die notwendigen Strippen bargen aber eine zu große Stolpergefahr.

Zum zweiten Mal nach 2015 verleihen die Innogy- (früher RWE-)Stiftung und das Zentrum für Internationale Lichtkunst den weltweit einzigartigen Preis. Dass 300 Konzepte eingereicht wurden, spricht für seine Bedeutung.

Zukunft ungewiss

Nur seine Zukunft ist unsicher, denn die Innogy-Stiftung hatte die Finanzierung nur bis 2017 bewilligt. Die Aktion habe die Besucherzahlen des Hauses nachhaltig nach oben getrieben, lobte Stephan Muschick, Geschäftsführer der Innogy-Stiftung. Trotzdem sei nun erst einmal eine Manöverkritik geplant.

Jochen Stemplewski als Vorsitzender des Trägervereins des Zentrums zeigte sich optimistisch: "Das wird nicht die letzte Verleihung des Preises sein - auch nicht die letzte in Unna."

Zentrum für Lichtkunst in Unna, 22.4.-3.9., Besuche nur mit Führung Di-Fr 13/15/17 Uhr, Sa-So 12-17 Uhr jeweils zur vollen Stunde, Eintritt 10 Euro. Am 22.4. Eröffnung mit Familienfest 13-18 Uhr, Konzert mit YouTube-Star herrH um 13 Uhr, freier Eintritt in die Ausstellung.

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