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Kultfüchse feiern ihr Comeback

„Fix und Foxi“-Schau im Schloss Oberhausen

Über Generationen haben Rolf Kaukas Charaktere aus Fuxholzen Kindern und Erwachsenen ein deutsches Pendant zu Disneys „Mickey Maus“ beschert – Weihnachten 2010 erschien das vorerst letzte Heft. Im Schloss Oberhausen wimmelt es von roten Füchsen in Latzhosen. Für die „Fix und Foxi“-Schau ist sogar ein neuer Comic entstanden.

Oberhausen

von Tobias Wurzel

, 07.06.2018
Kultfüchse feiern ihr Comeback

Neben „Fix und Foxi“ gibt es weitere beliebte Charaktere in den gleichnamigen Comic-Heften: Wolf Lupo (r.) bekam später eine eigene Reihe. Die Oberhausener Ausstellung zeigt auch Onkel Fax, Oma Eusebia und Lupinchen. © Stefan Piëch

Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen widmet den tierischen Comic-Helden ab Sonntag mit „Fix und Foxi. Rolf Kauka, der deutsche Walt Disney, und seine Kultfüchse“ eine riesige Schau: Die beiden Helden haben auf dem Schloss die „Herrschaft übernommen“, so Direktorin Christine Vogt – über alle drei Etagen sind sie ausgestellt, und in jedem Raum erwartet die Besucher etwas Neues.

Kooperation mit den Galliern

Zwar ist die Ausstellung eher für Familien gedacht, kann jedoch auch älteren Comicfans ausführlich Hintergründe vermitteln – etwa wie Kauka mittels Lizenz-Kooperationen „Asterix und Obelix“ in Deutschland bekannt machte. Die Schau zeigt die Entwicklung der Füchse seit der Nachkriegszeit, und die späte TV-Serie läuft im Filmraum.

Bis ihr verniedlichtes Aussehen in den 1970er-Jahren standardisiert wurde, tauchten die Füchse zunächst recht naturgetreu als Nebenfigur in Kaukas „Eulenspiegel“-Magazin auf. Kauka hatte ursprünglich vor, den deutschen Märchen- und Sagenschatz zu bebildern, so Vogt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So sieht die "Fix und Foxi"-Ausstellung auf Schloss Oberhausen aus

07.06.2018
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Die beiden Füchse "Fix und Foxi" sind die Hauptfiguren des gleichnamigen Comics. Wolf Lupo spielt in vielen Geschichten auch eine Hauptrolle. Die Ausstellung "Fix und Foxi. Rolf Kauka, der deutsche Walt Disney, und seine Kultfüchse" stellt die drei Charaktere in den Mittelpunkt - und es gibt einen Themenschwerpunkt zu Lupo auf Etage drei. © Stefan Piëch
Angefangen haben die Fuchszwillinge als Nebencharaktere in Rolf Kaukas Magazin "Till Eulenspiegel". © Stefan Piëch
Im Vergleich zu ihrem späteren Aussehen wirken die Füchse in den ersten Comics noch recht naturgetreu.© Stefan Piëch
Ein Highlight im Schloss Oberhausen ist ein extra für die Schau gestalteter neuer Comic. Zeichner Bone Buddrus war auch Chefzeichner des vorerst letzten "Fix und Foxi"-Hefts, das 2010 erschien. Er gibt in einer Schule in Datteln Workshops zum Thema Comic. Das Interesse der Kinder an den Charakteren sei ungebrochen. Trotzdem wird es wohl keine neuen Hefte geben - zumindest nicht mit Buddrus als Zeichner.© Tobias Wurzel
So sieht die Blaupause aus, die Comic-Zeichner Bone Buddrus für die "Fix und Foxi"-Ausstellung entworfen hat. Wolf Lupo erschreckt sich vor den (scheinbar) lebendigen Exponaten in der Schau. Der fertige Comic ist auch auf der Rückseite des Ausstellungskatalogs abgedruckt.© Tobias Wurzel
Die Fuchszwillinge stehen in der zweiten Etage als Figuren in der "Fix und Foxi"-Ausstellung.© Tobias Wurzel
Erfinder Rolf Kauka hat immer wieder andere Comic-Helden in seine Geschichten eingebunden. So hat er dazu beigetragen, dass etwa Lucky Luke oder Asterix in Deutschland bekannt wurden.© Stefan Piëch
Auch die Schlümpfe kommen in einem "Fix und Foxi"-Comic vor.© Stefan Piëch
Die Hefte hat Kauka international vermarktet. Von den bunten Covern sind viele in der Ausstellung im Schloss Oberhausen zu sehen.© Stefan Piëch
Die Füchse von Rolf Kauka gelten als deutsches Pendant zu Disneys "Mickey Maus". © Stefan Piëch
Rolf Kauka hatte Humor: Er hat einst in Auftrag gegeben, ein Porträt von sich als Kaiser Karl V. anzufertigen. Auch das hängt in der Ausstellung.© Stefan Piëch
Daneben sind Fix und Foxi in ähnlichen Portäts zu sehen.© Stefan Piëch

Die Füchse setzten sich durch: Die Hefte erschienen erst unter dem Titel „Lustige Tiere“, dann „Fix und Foxi“. Nach und nach erfand der Zeichner weitere Figuren wie den Raben Knox oder Oma Eusebia. Der faule Wolf Lupo ist der heimliche Star neben den Fuchszwillingen – er bekam ein eigenes Jugendheft („Lupo International“), wie in der dritten Etage veranschaulicht wird.

Die bunten Cover und Zeichnungen sind übersichtlich gruppiert – viele davon stammen aus Kaukas Nachlass. Den hütet der Österreicher Stefan Piëch, dessen Firma Your Family Entertainment AG nach längerer Kooperation 2014 die Rechte an „Fix und Foxi“ sowie den Nachlass erworben hatte.

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In den Vitrinen liegen Spielfiguren, Sammelbilder, Klub-Mitgliedskarten – Kauka hatte seine Füchse umfangreich vermarktet. Der pädagogische Wert war ihm wichtig; das zeigen frühere Comics, die mit einer Moral von der Geschicht‘ enden.

Rolf Kauka starb 2000, das letzte Heft hat Bone Buddrus aus Datteln gezeichnet. Für die Schau hat der nun einen eigenen Comic entwickelt. Sein „Fix und Foxi“-Comeback ist das sicher nicht – er sei nach eigenen Angaben als Zeichner zu teuer. Die Zukunft von „Fix und Foxi“ findet wohl eher auf der Leinwand statt.

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen : „Fix und Foxi“, 9.6. (Eröffnung 19 Uhr) bis 9.9., Konrad-Adenauer-Allee 46, Di-So 11-18 Uhr, Katalog 29,80 Euro, viele Aktionen für Kinder.
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