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Lesung erinnerte an verstorbene designierte RuhrTriennale-Intendantin

BOCHUM "Wo kommt jetzt der Bus her, mit all den Leuten, die das sehen wollen?" Diese Frage stellte sich Marie Zimmermann vor jeder Inszenierung, die sie geleitet oder begleitet hatte. Meistens kam dieser Bus. Und auch die Hommage "Maries Bücher", mit der gestern die Literaturreihe der RuhrTriennale in der Bochumer Jahrhunderthalle startete, stieß auf großes Interesse.

von Von Max Florian Kühlem

, 24.08.2008
Lesung erinnerte an verstorbene designierte RuhrTriennale-Intendantin

Marie Zimmermann

Dramaturg David Tushingham hat lange Jahre mit der Theatermacherin zusammengearbeitet, die Jürgen Flimm als Intendantin der RuhrTriennale hätte beerben sollen. Mit persönlichen Erinnerungen führte er durch die Auswahl von ihren Lieblingsbüchern und Texten, die einen Einblick gaben in ihre Vorarbeiten zum diesjährigen Triennale-Thema "Aus der Fremde".

Die Bochumer Schauspieler Christine Schönfeld und Klaus Weiss lasen da zum Beispiel ein Interview mit Salman Rushdie: In dessen Biographie und Seelenleben, so erfuhr man, spiegelt sich der Konflikt zwischen östlicher und westlicher Welt wieder, der die Erfahrung von Fremdheit in heutigen Gesellschaften oft bestimmt.

"Marie hielt es für eine der größten Aufgaben von Kunst und Kultur, Geschichten, die wir nicht vergessen dürfen, zu bewahren", erinnerte sich Tushingham. Auch mit der deutsch-deutschen Geschichte hatte sie sich so auseinandergesetzt: Uwe Johnson wurde einer ihrer Lieblingsautoren, die vierbändigen, knapp 2000-seitigen "Jahrestage" nannte sie ihr Lieblingsbuch. "Mich wundert das nicht", erklärte Tushingham, "es passt zu ihrer Neigung, das Unmögliche möglich zu machen." Nach ihrem tragischen Tod müssen diese Rolle nun andere übernehmen. Sie taten gut daran, sich mit "Maries Büchern" zu erinnern.