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Schauspiel Essen

Löhles "Supernova" ist alberne Klamauk-Show in Varieté-Kostümen

ESSEN Mit "Das Ding" war Philipp Löhle dieses Jahr für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert, der erwartungsgemäß an Altmeister Peter Handke ging. Im Schauspiel Essen feierte jetzt ein weiteres Stück des Autors Premiere: "Supernova (wie Gold entsteht)" hat Regieassistentin Katja Blaszkiewitz in der kleinen Spielstätte Casa in Szene gesetzt.

Löhles "Supernova" ist alberne Klamauk-Show in Varieté-Kostümen

Drei betrogene Bauern: (v.l.) Holger Kunkel, Sven Seeburg und Jan Pröhl.

Das dreiteilige Werk dreht sich um das Streben nach Glück und die Gier des Menschen. Im ersten Teil legt der ewige Praktikant Friedrich seinen letzten Arbeitgeber herein. In einem Wald findet er einen Goldschatz, fälscht als Geologe Karten und bringt damit das Projekt Goldabbau ins Rollen. Verschränkt wird diese Geschichte mit dem Selbstverwirklichungsprozess seiner Mutter. Die Krankenschwester startet einen Neuanfang, verliebt sich und beginnt ein Studium, beschäftigt sich mit einem badischen Revolutionär, der im Schwarzwald einen Goldschatz versteckte. Der dritte Teil zeigt drei Bauern, die sich alle von Friedrich betrogen fühlen und ihn beseitigen.Regisseurin Blaszkiewitz macht aus Teil eins ein furchtbar-albernes Zirkus-Spektakel mit viel und viel zu lauter Musik sowie überflüssigen leichten Textmodifikationen. Die Kapitalismus-Farce wird so zur freakigen Klamauk-Show, die Spieler stecken in Variete-Kostümen und Lisa Jopt mimt einen Conferencier. Doch der Abend steigert sich, weniger krakelig ist die zweite Hälfte angelegt. In Splitter-Szenen gibt Ines Krugs Krankenschwester in harmloser beiger Alltags-Kleidung Einblicke in ihr geändertes Leben, erzählt begeistert von ihrem Studium, die Regie lässt auch sie und ihre Freundin dann gerne mal in Dialekt schwätzen, und vom Liebesabenteuer im Alter.Guter letzter Teil Richtig gut wird's im letzten Teil, wenn Jan Pröhl, Holger Kunkel und Sven Seeburg als betrogene Bauern auftreten, die ihre Variante der Geschichte glaubhaft vermitteln, da mag man dann auch über die lächerlichen Kostüme hinwegsehen.

 

 

 

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