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Neu im Kino

"Lucy" wandelt sich von der Partymieze zur Halbgöttin

Früher fand man diese Anzeigen: "Wussten Sie, dass der Mensch nur fünf Prozent seines Gehirns nutzt? Dr. Soundso zeigt Ihnen, wie Sie die volle Kapazität abrufen. Bestellen Sie noch heute." Kam Luc Besson so auf die Idee zu seinem Film "Lucy"?

"Lucy" wandelt sich von der Partymieze zur Halbgöttin

Lucy (Scarlett Johansson) in der Gewalt von Gangstern.

Vielleicht suchte er einen Aufhänger, um die Geschichte einer omnipotenten Heroine abseits des Superhelden-Kosmos‘ erzählen zu können. Seine Killer-Amazone Lucy (Scarlett Johansson) tummelt sich in der Kampfklasse von „Wonder Woman“, wurde aber weder verstrahlt, noch von der Spinne gebissen.

Hundsgemeine taiwanesische Drogendealer haben ein Päckchen mit einer Superdroge in Lucys Bauch platziert. Nach einigen Tritten platzt unbeabsichtigt das Paket. Das Teufelszeug gelangt in die Blutbahn, Lucy hört das Gras wachsen: Alle Sinne sind geschärft. Ihr Oberstübchen läuft heiß, in der Partymieze und Durchschnitts-Blondine erwacht die Intelligenzbestie. Wehe ihren Feinden! In Nullkommanichts paukt sich Lucy das Wissen der Welt in den Kopf. Im Feuerwerk der Synapsen lernt sie, Erinnerungen anderer zu lesen. Sie kann Wände hochgehen, Leute und Gegenstände schweben lassen, mit Gedanken Radio und TV manipulieren.

„Bruce allmächtig“ heißt ein Jim Carrey-Film, Johansson spielt Lucy allmächtig. Eine Droge erhebt Normalverbraucher zu Halbgöttern – genau die Art Unfug, den sonst Müllfilme der B-Kategorie unters Volk bringen. Bessons Plot ist purer Trash, aber in Händen eines Meisters der Verpackung. Kameramann Thierry Arbogast weiß, wie hochwertige Action auszusehen hat. Eine Frau gegen das Syndikat. Sie brettert durch Paris, bis alle Verfolger Schrott sind. Das hat Bumms, das Auge ist beschäftigt, so geht Blockbuster-Kino. Manchmal übertreibt Besson die Bilder-Prahlerei. Zeitreise-Motive mit Indianern, Sauriern, Lucys Treff mit ihrer Namensvetterin unter den Primaten entbehren jeder Logik, am Schluss wird’s gar kosmisch und metaphysisch. Kein Film, der Scarlett Johansson zu Hochleistungen zwänge. Dafür einer, dem man unter fünf Prozent Hirnauslastung bequem folgen kann

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