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Lüpertz' Herkules-Entwürfe im Lehmbruck-Museum

Ausstellung

DUISBURG Zehn Mal hat Markus Lüpertz allein den Kopf seiner monumentalen Herkules-Skulptur in Gelsenkirchen variiert. In Grün, Rot, Orange und wächsern bleich bemalte er abwechselnd den mächtigen Schädel des legendären griechischen Helden.

von Von Bernd Aulich

, 15.12.2010
Lüpertz' Herkules-Entwürfe im Lehmbruck-Museum

Bozzetti, in Bronze gegossene Skulpturstudien zum Herkules sind in Duisburg zu sehen.

Wie der ehemalige Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie um die Gestalt der drittgrößten Monumentalskulptur Deutschlands nach dem Hermannsdenkmal und der Münchner Bavaria rang, zeigt eine Ausstellung aller 43 Entwürfe im Lehmbruck-Museum Duisburg. Es sind Bozzetti, in altmeisterlicher Manier in Bronze gegossene Skulpturstudien.Körper des Malerfürsten war Vorbild Nicht nur für den markanten Schädel, auch für den kräftigen Korpus diente der durch Bodybuilding gestählte Körper des bald 70-jährigen Malerfürsten als Vorbild. Sechs Meter misst allein der Kopf der dreiteiligen 18 Meter hohen Monumentalskulptur. Das entspricht exakt der Höhe von Lüpertz' Berliner Atelier. Nur so wird der Kopf von weitem angemessen wahrgenommen. Man darf Lüpertz auch Ironie unterstellen. Die manifestiert sich in zwei farbgetränkten Pinseln, die er einem Torso aufgesteckt hat. Wie beim Original experimentierte Lüpertz bei den Bozzetti mit extrem schnell trocknender, langlebiger Schellack-Farbe. Original-Herkules zeigt nur noch die Geste Ein mannshoher Entwurf in Duisburg hält einen Apfel als Symbol ewiger Jugend in der rechten Hand. Das Original auf dem 85 Meter hohen Förderturm der ehemaligen Gelsenkirchener Zeche Nordstern zeigt nur noch die Geste. Ihm fehlt der linke Arm. Sonst, sagt Lüpertz, ginge die Säulenwirkung verloren. Die Keule des starken Helden, der eher wie ein wilder germanischer als ein griechischer Recke wirkt, ruht auf einer Schildkröte, einem Symbol ewigen Lebens. "Markus Lüpertz - Herkules, Bozzetti für ein Monument im Ruhrgebiet", 16.12. (19 Uhr) bis Mai 2011, Lehmbruck-Museum, Friedrich-Wilhelm-Straße 40, Di-Sa 11-17 Uhr, So 10-18 Uhr.

www.lehmbruckmuseum.de