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Im Kino

Luke Skywalker kehrt als Jedi-Rentner zurück

Dortmund Das neue „Star Wars“-Epos „Die letzten Jedi“ hantiert geschickt mit den Motiven der Saga, knüpft elegant an „Das Erwachen der Macht“ an und beschert alten Helden denkwürdige Comeback-Momente.

Luke Skywalker kehrt als Jedi-Rentner zurück

Rey (Daisy Ridley) mit Lichtschwert. Im Film erhält sie von Luke Skywalker Unterricht an der Waffe. Foto Lucasfilm Foto: null

Im vorletzten Film der „Star Wars“-Saga hatte Mark Hamills Luke Skywalker ganz am Schluss einen stummen Kurzauftritt. Die Szene mit einem der Urhelden des galaktischen Dauerbrenners war ein Versprechen, das mit einiger Verzögerung erst mit dem neuen Abenteuer „Die letzten Jedi“ eingelöst wird.

Johnson ist im Fach des Mega-Blockbusters ein Debütant

Geschrieben und inszeniert hat es Rian Johnson, der Episoden von „Breaking Bad“ und Streifen wie „Looper“ auf dem Kerbholz hat, aber im Fach des Mega-Blockbusters ein Debütant ist. Johnson als Grünschnabel abzutun, wäre falsch: Der Mann weiß genau, was „Star Wars“-Fans sehen wollen. Dabei greift er nicht bloß in den Fundus des Altbewährten, er entwickelt den Stoff auch weiter, schreibt die Geschichte fort und bahnt ihr einen Weg in die Zukunft.

Neben der sichtbaren Ebene (Schlachten, Tricks, Kreaturen, Design-Schmankerl) verrät „Die letzten Jedi“ ein gutes Gespür für Geist und Seele der großen Weltraum-Oper. Für einen emotionalen „Spirit“, der hinter den Bildern wabernd präsent ist und eine Fangemeinde über Jahrzehnte bei der Stange hält. „Star Wars“-Übervater George Lucas (der sein „Baby“ an Disney verkaufte) sollte mit dem neuen Film glücklich sein, selbst wenn seine Story-Konzepte verworfen wurden.

Lucas‘ Geschöpfe aber leben weiter

Lucas‘ Geschöpfe aber leben weiter, und Rian Johnson bereitet ihnen die Bühne, die sie verdienen. Die 2016 gestorbene Carrie Fisher ist ein letztes Mal in der Rolle ihres Lebens als Prinzessin Leia zu sehen und verströmt hier eine Würde, die wahrlich majestätisch ist. Chewbacca steuert den klapprigen Millennium-Falken im Finale durch eine Höhle riesiger Kristalle.

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C-3PO und der runderneuerte R2-D2 sind dabei, dazu ein uralter Bekannter, der aus der Sphäre jenseitiger Weisheit grüßt. Das größte Comeback feiert Luke Skywalker, wobei Hamills Figur gefühlt mehr Raum zum Atmen bekommt als in allen Lucas-Filmen zusammen. Wir erinnern uns: In „Das Erwachen der Macht“ wird Luke verzweifelt gesucht. Er ist der letzte Jedi, das Zünglein an der Waage im Ringen zwischen den Rebellen und der „Ersten Ordnung“ unter Diktator Snoke.

Hamill spielt den lebensmüden Grantler ganz wunderbar

Endlich hat Rey (immer wichtiger als Charakter: Daisy Ridley) Luke gefunden: ein mürrischer Einsiedler, der sich weigert, Novizen im Wissen der Jedi auszubilden. Hamill spielt den lebensmüden Grantler ganz wunderbar. Zupass kommt dem 66-Jährigen sein verwittertes Gesicht, das uns vor Augen führt, dass 40 Jahre seit dem „Star Wars“-Urknall vergangen sind. Welch ein Weg vom Jedi-Ritter zum Jedi-Rentner. Skywalker erteilt der Dame dann doch Lektionen, er wittert Potenzial in Rey ...

Und das wird gebraucht, weil die Rebellen aus dem letzten Loch pfeifen. Sie haben einen Planeten evakuiert, im Kamikaze-Modus einen Schlachtkreuzer vernichtet, jetzt halten sie noch eine Handvoll Schiffe. Kylo Ren (Adam Driver) und der „Oberste Führer“ Snoke (im Seidenanzug wie eine knittrige Karikatur von Hugh Hefner) stehen vor dem Sieg.

Film fährt alles auf, was wir an „Star Wars“ lieben

In einer Parallelmontage diverser Erzählstränge fährt der Film alles auf, was wir an „Star Wars“ lieben: Action, Kampfkolosse, makellose Effekte. Lichtschwert-Duelle. Fantastische Viecher, Eisfüchse, Seekühe, bizarre „Küken“. Im Mittelteil der 150 Minuten gibt es Längen, auch zu viel Personal, was den Spaß aber nicht trübt. Humor gibt es nämlich auch in einem Werk, das zu den besten der Saga zählt: Hey, ein Raumschiff! Nein, ein Bügeleisen!

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