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Märchenhafte Weihnacht

DORTMUND Eine Weihnachtsstube: Kaminfeuer flackert, am Tannenbaum brennen Lichter, glückliche Kindergesichter, draußen schneit's.

Märchenhafte Weihnacht

Hänsel (Franziska Rabl, l.) und Gretel (Martina Schilling) verzaubern die Kinder in Humperdincks Märchenoper in Dortmund mit Charme und Spielfreude in einer märchenhaften Kulisse.

Das ist nicht die Märchenwelt von Hänsel und Gretel. Die Stube, die Regisseur Dominik Wilgenbus in seiner Inszenierung von Humperdincks Märchenoper auf der Bühne des Dortmunder Opernhauses so festlich glänzen lässt, sieht nicht so aus, als sei dort Armut ausgebrochen.

Sternenhimmel

Aber es ist eine Welt, die die jüngeren Besucher in Weihnachtsstimmung versetzt. In der Stube spielen die Kinder das Märchen nach - allmählich verwandelt sich die Kulisse gespenstisch in die Behausung des Besenbinders und seiner keifenden Frau. Für kleine Kinder ist die Geschichte in der Geschichte nicht unbedingt nachvollziehbar. Dafür zaubern Wilgenbus und Ausstatterin Sandra Linde im zweiten Bild märchenhafte Stimmung auf die Bühne: Schmetterlinge, Fliegenpilze (Kinder der sehr gut einstudierten Chöre der Chorakademie am Konzerthaus), ein putziges Eichhörnchen, Wurzeln und Waldgeister, die riesig wie Faffner und Fasolt sind, bevölkern den Wald.

     Und tief greift der Regisseur in die romantische Weihnachtstrickkiste, wenn sich die Geschwister unter einem blinkenden Sternenhimmel schlafen legen, 14 Englein an einem goldenen Tisch fast in den Himmel schweben. Es weihnachtet eben. Den Kontrast dazu schafft die schrille Hexe, mit großer Ausstrahlung und Bühenpräsenz gespielt von Tenor Hannes Brock. Als Mischung aus gealterter Barbie und Nanny schleicht sie sich aus dem bunten Lebkuchen-Haribo-Haus im pinkfarbenen Reifrock an die Kinder heran (Zaza aus "La cage aux folles" lässt grüßen) und verwandelt sich dann in einen rabenschwarzen Vamp.

Romantischer Klang

Die Dortmunder Philharmoniker breiten unter Leitung von Günter Wallner großen romantischen Klangzauber aus - auch wenn der Hexenritt etwas schwach war und mehr an Ponyreiten erinnerte. Die Sänger können sich auch in den Kinderliedern in Humperdincks wagnerschem Klanggewand nicht alle textverständlich über das Orchester hinwegsetzen. Kaum zu verstehen ist Ji Young Michel als Mutter. Brian Dore ist ein jugendlicher Vater, dem man das weiche Herz mehr abnimmt als sein Alkoholproblem. Julia Novikova ist ein nettes Tau- und Sandmännchen. Martina Schilling begeistert sie Kinder als Gretel: spielfreudig, charmant, gut verständlich. Franziska Rabl ist als Hänsel auch sehr gut besetzt.

Am Schluss sitzen alle wieder in der festlichen Stube. Und endlich darf auch der Weihnachtsmann kommen.

 

Termine: 22. und 30.11., 7., 19., 22., 23., 25., 27. und 30.12.

Karten: Tel. (02 31) 5 02 72 22.

 

    

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