Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Aalto-Theater

„Manon Lescaut“: Utopisch wie die Freiheitsstatue

ESSEN Um die Idee nicht lebbarer Freiheit in der Liebe geht es Regisseur Stefan Herheim und seiner Bühnenbildnerin Heike Scheele in der Puccini-Oper "Manon Lescaut". Ganz neu ist ihre am Samstag am Essener Aalto-Theater herausgekommene Inszenierung allerdings nicht: Die Koproduktion dreier Bühnen kann man seit zwei Jahren bereits in Graz und seit einem Jahr an der Dresdner Semperoper sehen.

„Manon Lescaut“: Utopisch wie die Freiheitsstatue

Des Grieux (Gaston Rivero) mit der von ihm entworfenen Freiheit.

Des Grieux erhofft sich von Amerika, dort in seiner Liebe frei zu sein. Und da die Freiheitsstatue 1893 bei der Uraufführung von Puccinis Oper schon im Hafen von New York installiert war, lag es für Herheim und Scheele nahe, den jugendlichen Liebhaber Manons mit dem Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi gleichzusetzen, der diese Monumentalstatue in seinem Pariser Atelier entwirft.Komponist Puccini als stumme Rolle Des Weiteren führen sie den Komponisten Puccini als stumme Rolle ein: einen schwarzen Mann mit Schnauzbart und Melone, der mit Textbuch oder Notenblättern bewaffnet, leidenschaftlichen Ausdruck von den Sängern einfordert. Zunehmend in die Handlung einbezogen, ist er zuletzt bei Manons "Liebestod" gar deren eigentliche Bezugsperson.

Kolossale Freiheitsstatuenfragmente auf der Drehbühne und der damaligen Rokoko-Mode frönende Outfits (Kostüme: Gesine Völlm) sind echte Hingucker. Die virtuose Übereinanderblendung unterschiedlicher Orte und Zeiten sowie das zwischenzeitliche Einfrieren von Szenen durch Chor und Statisterie sorgen für kurzweiligen Operngenuss.Zarter Klang

Katrin Kapplusch sang die Manon mit runder, wenn auch eher dramatischer als lyrischer Stimme, der uruguayische Tenor Gaston Rivero war ein strahlend-heldenhafter, zudem durch Leichtigkeit der Bewegungen überzeugender Des Grieux. Tijl Faveyts gestaltete den reichen Geronte als dekadenten Adeligen mit schlankem Bass, Heiko Trinsinger Manons zwielichtigen Bruder mit sattem Bariton.

Die Essener Philharmoniker sorgten unter Leitung ihres italienischen Gastdirigenten Giacomo Sagripanti für einen differenzierten, zarten wie aufblühend-schwelgerischen Puccini-Klang. In den Schlussapplaus mischten sich einzelne Buhrufe, unverdientermaßen auch für die Titelheldin.

 

Termine: 7./10./12./18./ 22./24./26./29.10.; Karten: Tel. (0201)8122200.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Buchkritik

Elias Weiss Friedman: „1000 beste Freunde“

Wer Hunde mag, wird diesen Bildband lieben: „1000 beste Freunde“ hat Elias Weiss Friedman in Fotoporträts in seinem Buch versammelt. Mischlinge wie die immer beliebten Doodles sind ebenso darunter wie Vertreter von mehr als 200 Hunderassen.mehr...

Zeche Zollverein

Die Kohle kommt – allerdings nur noch ins Museum

Essen Im April 2018 eröffnet die Riesen-Schau „Das Zeitalter der Kohle“ auf der Essener Kokerei Zollverein. Wird es ein Abgesang auf die Vergangenheit?mehr...

Osthaus-Museum

Russische Künstler zeigen ihre geballte Kreativität

Hagen. Wer die Ausstellung „Russische Kunst heute“im Osthaus-Museum genießen will, braucht vor allem eines: Zeit. Jedes der 180 Werke ist der Betrachtung wert.mehr...

Buchkritik

Christian Pokerbeats Huber: „7 Kilo in 3 Tagen“

Wer kennt das nicht? Zu Weihnachten fährt man nach Hause und kehrt dann mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen dank Braten, Stollen, Plätzchen, Torten wieder heim. mehr...

Sieg bei Kampfabstimmung

Dietmar Dieckmann wird neuer Kulturdezernent in Bochum

Bochum Der 56-jährige Dietmar Dieckmann (SPD) wird neuer Bochumer Kulturdezernent. Nach einer Kampfabstimmung im geheimen Wahlverfahren konnte sich der Gelsenkirchener in der letzten Ratssitzung des Jahres am Donnerstag klar gegen die Bochumerin Regina-Dolores Stieler-Hinz durchsetzen.mehr...