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Klavier-Festival Ruhr

Markus Becker zauberte Virtuosität mit links

ESSEN Ein Geheimnis hielt das Konzert der Bochumer Symphoniker unter der Leitung von Steven Sloane im Programm des Klavier-Festivals Ruhr wohlbehütet: Warum bildete Beethovens "Eroica" in zwei Hälften den Rahmen? Innerhalb dessen standen zwei selten gehörte Klavierkonzerte für die linke Hand, die Markus Becker interpretierte.

Markus Becker zauberte Virtuosität mit links

Der Bochumer Generalmusikdirektor Steven Sloane dirigierte beim Klavier-festival Ruhr.

Mit der rechten Hand hielt sich Becker in der Philharmonie Essen am Flügel fest. Als bräuchte er dringend ein Gegengewicht für die schwindelerregenden Läufe und Sprünge der linken Hand. Vor allem auf Geschwindigkeit kam es im "Konzertstück für die linke Hand" des polnischen Komponisten Alexandre Tansman an. Es gehört zu den Werken für linke Hand, die der kriegsversehrte Pianist Paul Wittgenstein in Auftrag gegeben hatte.

Blue Notes

Tansmann mixt Blue Notes in seine einsätzige Komposition und schlagerartige Passagen. Das klinge in den besten Fällen nach Gershwin, Kurt Weill oder guten Broadway-Gassenhauern.

Das Problem des Konzerts ist allerdings, dass der Pianist nie ganz frei aufspielen und die Oberhand gewinnen darf. Immer hängt ein zu lauter Streicher- und Bläserfilm drüber, so dass die temporeichen Läufe wie unverständliches Gebrabbel klingen.

Linkshändiger Virtuose

Komponist Franz Schmidt traut seinem linkshändigen Virtuosen mehr zu. In seinen "Konzertanten Variationen über ein Thema von Beethoven" gibt es ein echtes Wechselspiel zwischen Pianist und Orchester, die beide das Thema aus dem Scherzo der "Frühlingssonate" variieren, weiter entwickeln und schließlich in eine finale Fuge münden lassen.

Hier beeindruckt zwar, wie mit einer Hand der Eindruck vielstimmigen Spiels erweckt werden kann. Der viel beschworene Höreindruck "als wären vier Hände am Werk" stellt sich jedoch nicht ein.

Bleibt die Frage, warum Beethovens "Eroica" geteilt war. Vielleicht weil der Solist der linken Hand eine Pause gönnen musste.

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