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Masterclass „Unter Welten“ für Nachwuchskünstler

Ruhrtriennale

200 Ensembles hatten sich beworben, drei durften auf die Bühne. Zum ersten Mal hat die Ruhrtriennale am Wochenende eine Masterclass für Nachwuchskünstler veranstaltet. Präsentiert wurde sie als gut fünf Stunden lange Tour durch drei Theater in Essen, Oberhausen und Mülheim und stieß auf reges Publikumsinteresse.

ESSEN/OBERHAUSEN/MÜLHEIM

von Von Karsten Mark

, 13.09.2015
Masterclass „Unter Welten“ für Nachwuchskünstler

Szene aus „Horrortheater“

"Unter Welten" war der Abend überschrieben, ein Motto, das sich am ehesten noch im "Horrortheater" von Jasper Diedrichsen und Björn Meyer wiederfand, die sich in einer Art Stand-up-Comedy der Lust am Gruseln widmeten und stets haarscharf am guten Geschmack und an gelungenen Pointen vorbei ihr Publikum charmant uncharmant unterhielten.

"Jens Maurits Orchstra"

Die größte Entdeckung gab es zu Beginn mit dem "Jens Maurits Orchestra" aus den Niederlanden. In eine "Blogpera", eine Mischung aus Internetblog und Oper, präsentierten zwei Improvisationsmusiker und ein Sounddesigner mit selbstgebauter, auch optisch wirkungsvoller Tonbandmaschine eine Forschungsreise zu den Ursprüngen der Musik.

Das Publikum legt selbst per Mausklick am Bühnenrand die Reihenfolge der kleinen Episoden fest, zu denen dann kurze kuriose Videos zu sehen sind oder Interviews mit Wissenschaftlern, während die Musiker virtuos an Schlagzeug und Klavier improvisieren, singen und tanzen. Die Niederländer beeindrucken mit einem durchdachten Konzept.

"Combina"

Viel nachgedacht haben auch Jan Philipp Stange und Nir Shauloff über ihr deutsch-israelisches Projekt "Combina", allzu viel herumgekommen ist dabei am Ende nicht.

Also improvisieren sie mit ihrem Philosophen Heiko und Dramaturgin Adi ein paar Diskussionsrunden in krudem Englisch, machen sich über abgehobene theater-theoretische Diskurse lustig, wie sie Bert Brecht einst vom Zaun gebrochen hat, und lästern über ihr Budget von 5000 Euro, das die Ruhrtriennale partout nicht aufzustocken bereit war. Die Grenze zwischen Ironie und Chaos ist dabei fließend.