Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Gasometer Oberhausen

Messner warnt vor Faszination Berg

Oberhausen Reinhold Messner, der alle Achttausender bezwungen hat, präsentierte am Donnerstag im Gasometer Oberhausen die „vierte Dimension“ der Weltberge. Sein Vortrag war überraschend selbstkritisch.

Messner warnt vor Faszination Berg

Eine seiner leichtesten Übungen: Reinhold Messner kletterte ein Stückchen den Gasometer hinauf. Foto: Walden

Der Berg ruft. Das gilt für die gleichnamige Ausstellung im Oberhausener Gasometer, die in den ersten zehn Wochen bereits 130.000 Besucher hatte.

Jahrzehntelang aber haben die höchsten Gipfel auch Reinhold Messner gerufen. Grund genug für Gasometer-Chefin Jeanette Schmitz, den „berühmtesten Bergsteiger unserer Zeit“ zum Vortrag einzuladen.

Begnadeter Geschichtenerzähler

Heute, so erlebten 450 begeisterte Zuhörer im ausverkauften Gasometer, ist der 73-Jährige ein begnadeter Geschichtenerzähler. Über 90 Minuten lang plauderte er – ganz ohne Manuskript – über schicksalsträchtige Begegnungen von Menschen- und Bergnatur seit der Erstbesteigung des Mont Blanc in 1786.

Als „vierte Dimension“ kamen fotorealistische Bergprojektionen auf großer Leinwand hinzu, dreidimensional generiert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt aus Bilddaten von Satelliten.

Routen nachgezeichnet

Auf denen zeichnete Messner auch schon mal per Laserpointer Routen bedeutender Expeditionen nach. Den Ausgangspunkt allerdings bildete ein bis heute unbestiegener Berg: der Kailash in Tibet, „der heiligste aller Berge“, so Messner. Nur Yogi Milarepa soll vor 1000 Jahren einmal „auf Sonnenstrahlen reitend den Gipfel erreicht haben“.

Für moderne Alpinisten wäre so etwas nichts, zählt bei ihnen doch vor allem die Herausforderung. Nicht selten kam es dabei zu Tragödien wie 1865 bei der Erstbesteigung des Matterhorns, bei der vier der sieben Kletterer starben. Messner verschwieg in diesem Zusammenhang nicht den Tod seines Bruders 1970 am Nanga Parbat.

Warnung vor der Gefahr

Ein Extrembergsteiger „braucht ziemlich viel Leidensfähigkeit“, kommentierte Messner und ergänzte selbstkritisch: „Unser Tun ist im Grunde nicht vertretbar“. Sein Fazit: „Ich warne davor, nachzumachen, was ich gemacht habe“.

Dennoch will er es nicht missen, immer wieder für unmöglich Gehaltenes möglich gemacht zu haben. Die Rückkehr aus der „menschenfeindlichen Welt“ in die „Sicherheitsräume der Zivilisation“ beschreibt er als „Wiedergeburtserfahrung“.

Oberhausen Eine umgekehrte Skulptur des Matterhornes ist Teil der Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer in Oberhausen. Mit diesem Gipfel verbindet Reinhold Messner eine persönliche Erinnerung.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Im Kino

„Halaleluja“ macht als Multikulti-Schwank viel Spaß

Dortmund „Halaleluja – Iren sind menschlich“ ist ein augenzwinkernder Multikulti-Schwank, der in Irland spielt und neben seiner Botschaft viel gute Laune verbreitet.mehr...

Im Kino

„Am Strand“ erzählt vom Schmerz einer Liebe

Dortmund Junge trifft Mädchen – die älteste Geschichte der Welt. Edward stolpert im Film „Am Strand“ in eine Versammlung von Anti-Atom-Aktivisten, als sein Auge auf Florence fällt. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch die Beziehung bekommt auf tragische Weise einen Knacks. Getragen wird der Film von fabelhaft guten Darstellern.mehr...

Schauspiel Essen

Im Grillo-Theater ist 2018/19 „alles umsonst“

Essen Nach der Jubiläumsspielzeit 2017/18, die unter dem Motto „Wer zahlt die Zeche?“ steht, ist das Motto des Grillo-Theaters Essen in der Saison 2018/19 „Alles umsonst“. Allerdings nicht mehr bezogen auf den Bergbau, sondern auf Entwicklungen in Europa und der Welt. Es gibt auch eine Uraufführung.mehr...

Buchkritik

Thomas de Padova: „Nonna“

Ein Buch über seine Großmutter hat Thomas de Padova verfasst und schlicht „Nonna“ genannt. Der Autor verbrachte seine Sommerferien immer im Geburtsort seines Vaters, in einem Küstendorf in Apulien – und so ist sein lesenswertes Buch auch ein bisschen Reiseführer.mehr...

Buchkritik

Helene Sommerfeld: „Die Ärztin: Das Licht der Welt“

Ich gebe zu, anfangs hatte ich meine Probleme mit diesem historischen Roman. Denn Helene Sommerfeld, so das Pseudonym eines Autorenpaares, beginnt ihre zweiteilige Geschichte über die Ärztin Ricarda doch recht schwülstig und mit ausschweifenden Schilderungen. Aber dann nimmt im ersten Band „Die Ärztin: Das Licht der Welt“ die Geschichte Fahrt auf.mehr...

Ruhrtriennale

Popband erst aus- und jetzt wieder eingeladen

Bochum Die Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp hat die schottische Pop-Band „Young Fathers“ am Donnerstag wieder zu deren ursprünglich geplanten Konzert für den 18. August eingeladen. Vor einer Woche hatte sie die Musikgruppe ausgeladen, da diese sich nicht von der Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS) distanziert hatte. Für ihre Entscheidung erntet die Intendantin Kritik.mehr...