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Buchtipp der Redaktion

Michael Klein empfiehlt "Welt im Spiegel"

DORTMUND Passend zur Frankfurter Buchmesse - auf der auch in diesem Jahr wieder unzählige Lesebegeisterte erwartet werden - haben sich unsere Redakteure ihre Lieblingsbücher vorgenommen, um sie Ihnen vorzustellen. Redakteur Michael Klein empfiehlt "Welt im Spiegel".

Michael Klein empfiehlt "Welt im Spiegel"

Die Buchtipps aus unserer Redaktion.

Es findet sich viel grober Unfug in diesem dicken Wälzer. Aber nicht nur. Vielmehr ist dieses Werk ein gewichtiges Kleinod der Sprach- und Zeichenkunst, das gnadenlos mit Bildungshuberei und Dünkel aller Art seinen Spott treibt. Ein herrlich schräges Machwerk, das 1979 meine „Bibel“ wurde und meinen Humor auf immer und ewig prägen sollte.

In diesem Jahr wurde nämlich „Welt im Spiegel – WimS 1964 bis 1976“ herausgegeben. Als Sammelband und Nachdruck. Denn „Welt im Spiegel“ war eine Beilage, die zwölf Jahre lang die legendäre Monats-Zeitschrift „pardon“ ergänzte:  Mit Zeichnungen, Sprüchen, Gedichten, mit fiktiven Nachrichten, abgedrehten Reportagen, verrückten Anekdoten und literarischen Parodien.

Ironie und Humor

Unter dem ironischen Titel „Die unabhängige Zeitung für eine saubere Welt“ und dem mokanten Motto „Dem Baren, Schönen, Guten“ machten sich die Autoren Robert Gernhardt, F. W. Bernstein und F. K. Waechter vornehmlich über das lustig, was sie in Provinz-Presse und Werbung an Absurditäten vorfanden.

Auch heute noch funktionieren die Pointen bestens, die sich humoristisch irgendwo zwischen Monty Python, Woody Allen, Schmidteinander und Titanic verorten lassen – letzteres Satire-Magazin haben WimS-Macher schließlich mitbegründet. Man möchte sich stundenlang in dieses Panoptikum der bizarren Vergnügtheiten vertiefen. Doch Vorsicht: Das normale Alltags-Leben und dessen Autoritäten jedweder Couleur wird man anschließend nicht mehr ernst nehmen können.

Informationen zum Buch


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