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Mit Teufel Alkohol ins Paradies

ESSEN Nur der Rausch bringt noch Sicherheit in das Leben von Hannah, das Trinken wird zur Vollzeitbeschäftigung. Den Weg ins Elend, die vergeblichen Versuche, aus dem Teufelskreis auszubrechen - davon handelt A. L. Kennedys Roman "Paradies".

Mit Teufel Alkohol ins Paradies

Judith van der Werff als Alkoholikerin Hannah.

Die Bühnenadaption wurde jetzt in der Mini-Spielstätte Casa des Essener Theaters uraufgeführt. Die um ein paar Tage "aus künstlerischen Gründen" verschobene Premiere überzeugte jedoch nicht restlos, denn die fast zweistündige Inszenierung von Fabian Alder ist im Mittelteil zäh.

Verlassene Glückssucherin

Darüber kann auch das gekonnte Spiel von Judith van der Werff (Foto) als Alkoholikerin Hannah nicht hinwegtäuschen. Sie versteht es mit tränenglänzenden Augen, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Auch ohne lautstarke Ausbrüche lassen sich in ihrem Gesicht die Gefühlslagen ablesen. Zu Beginn ist sie noch sarkastisch, sorgt mit ihrer Logik für Lacher, doch die bleiben einem zunehmend im Hals stecken. Die Glückssucherin wird von Robert verlassen, vorbei die Zeiten des gemeinsamen Saufens und der Hoffnung auf Liebe. Während man Hannahs Gedankengängen gespannt folgt, sind es die Dialoge mit dem Geliebten, die für Längen sorgen. Was allerdings nicht an Fritz Fenne als Robert liegt, sondern an der Vorhersehbarkeit der Szenen. Christoph Finger schlägt sich ordentlich in gleich fünf Rollen - als Hannahs Bruder und Vater, als Kellner und One-Night-Stand-Partner sowie als Mister Hitt.

        Ambitionierte Darstellung

Gespielt wird die Geschichte der Selbstzerstörung in einem weiß gestrichenen Raum (Bühne: Ansgar Silies). Vor allem Lichtführung (Johannes Richter) und Musik (live Henning Beckmann) verstärken die Amtmosphäre. Hier verliert Hannah sich, erntet Judith van der Werff für ihre ambitionierte Darstellung Applaus.

 Karten: Tel. (0201)8122200.

  

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