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Mit dem Mörder im Kaufhaus

Theater Oberhausen zeigt „Schuld und Sühne“

Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“, von Bert Zander am Freitag im alten, leer stehenden Kaufhof an der Marktstraße in Oberhausen in Szene gesetzt, ist eine große und zugleich sehr intime Produktion.

Oberhausen

von Klaus Stübler

, 10.06.2018
Mit dem Mörder im Kaufhaus

Christian Bayer wirkt klein vor Lise Wolle. © Isabel Machado Rios

Beteiligt sind das vollständige 18-köpfige Ensemble des Theaters Oberhausen plus Intendant Florian Fiedler sowie 70 Menschen aus der Region.

Wohnzimmer-Raum im Kaufhaus

Bespielt aber wird in der weiten Kaufhausetage nur ein kleiner, von vier Leinwänden begrenzter, als Wohnzimmer hergerichteter Raum, in dem auch die Zuschauer Platz finden. Und als einziger live dabei ist Schauspieler Christian Bayer. Er mimt den Protagonisten Raskolnikow, den verarmten Jurastudenten, der eine Pfandleiherin mordet, weil er sich als Übermensch begreift und dann doch nicht klarkommt mit seiner Tat.

Alle weiteren Personen werden per Video zugespielt. Die Profis vom Theater, historisch kostümiert und oft in Großaufnahme zu sehen, konversieren virtuos von Leinwand zu Leinwand und auch mit Raskolnikow.

Theatrale Filminstallation

Die Laiendarsteller – als sie selbst in selbst gewählter Umgebung – beschreiben den Helden mit Worten aus dem Roman, erzählen und reflektieren seine Gefühle und Aktionen, als wären sie einst dabei gewesen. Regisseur Zander spricht trefflich von einer „theatralen Filminstallation“.

Christian Bayer, das Zentrum der Inszenierung, behauptet sich zunehmend wackerer gegen die Übermacht der Videobilder. Idealbesetzungen auf der Leinwand sind Clemens Dönicke, Klaus Zwick, Jürgen Sarkiss, Torsten Bauer sowie Lise Wolle, die als Sonja Raskolnikows Gewissen verkörpert. Unbedingt sehenswert. Bitte beachten: Es gibt nur 80 Plätze.

Termine: 13./15./17./ 20./ 23./28./30.6., 4.7.; Karten: Tel. (0208) 8578184 oder hier.
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