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Mit heißem Eisen spielen

OBERHAUSEN Erst mal Koks, Kalk und Erz einfüllen. Kleine Loren fahren emsig zum Ofen. Dann kräftig durchheizen. Hoppla, jetzt fix wieder Koks nachfüllen. Wird es klappen mit dem heißen Eisen?

Mit heißem Eisen spielen

Koks, Erz und Kalk: Wer in dem neuen Spiel das richtige Mischungsverhältnis trifft, produziert Eisen.

Ein Hochofenabstich ist keine leichte Sache - auch wenn es nur ein Spiel am Computer ist. Im "Digitalen Hochofenspiel" lernen Kinder und Erwachsene, wie um 1800 Eisen hergestellt wurde - für die Industrialisierung, die damals so richtig Fahrt aufnahm. Fünf Industriemuseen aus ganz Europa haben das Spiel und den dazugehörigen neuen Internet-Auftritt "Early Birthplaces" über die frühen Stätten der Eisenindustrie gemeinsam entwickelt.

Eine unterhaltsame und lehrreiche Idee. Entstanden ist sie im Rheinischen Industriemuseum (RIM). Dessen kommissarischer Leiter Eckhard Bolenz wünschte sich eine neue Attraktion für das "Haus des Hüttenmeisters", das im Mai 2008 nahe den Überresten der historischen St. Antony-Hütte in Oberhausen neu eröffnet.

Antrag bei der EU

Doch ihm fehlte das Geld für eine aufwendige Computer-Simulation - genau wie seinen Kollegen vom Ironbridge-Museum im englischen Coalbrookdale, dem französischen Ökomuseum Le Creusot, dem Technik-Museum im katalanischen Terrassa und dem Bergbaumuseum in Zabrze/Polen. Deshalb bemühten sie sich gemeinsam um Mittel der EU. Der Antrag war sooo dick", sagt Bolenz und zeigt etwa 20 Zentimeter an. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: 75 000 Euro gab die EU, die andere Hälfte teilten sich die Teilnehmer.

Jetzt haben alle fünf Mussen die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse im Internet vorzustellen. Jedes bekommt außerdem einen "Touch-Screen-Bildschirm", der auf Berührung reagiert. So können auch die Besucher in den Museen viel Spaß mit dem Hochofenspiel haben. "Das können sogar Leute bedienen, die sonst sagen ,O Gott, Computer'", verspricht Andreas Teufel von der Firma "die InformationsGesellschaft". Das Team hat Spiel und Website gestaltet .

Koks statt Holzkohle

Lernen lässt sich im Internet, dass schon im 18. Jahrhundert die Wälder in Europa knapp wurden. Englische Metallurgen tüftelten damals aus, dass Hochöfen auch mit Koks (statt Holzkohle) betrieben werden konnten. "Schon um 1800 hat es darüber einen Wissenschaftsaustausch in Europa gegeben", berichtet Thomas Schleper, Leiter des Oberhausener RIM-Standortes. Nur sinnvoll also, dass die Europäer nun auch bei der Erforschung der frühen Eisenindustrie eng zusammenarbeiten.

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