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Monotonie für Cello und zwei Bassetthörner

30.08.2010

DORTMUND. Das muss man erst mal schaffen: Ein anderthalbstündiges, pausenloses Konzert mit nur einer Handvoll Tönen. Das Abschlusskonzert des ISEA-Festivals für elektronische Musik Freitag im Konzerthaus Dortmund geriet zur Geduldsprobe.

"Naldjorlak I, II, III" hießen die Trios für Cello und zwei Bassetthörner von Éliane Radigue (78), der Pionierin der elektronischen Musik, die auch da war. Ihr geht es um die Aufhebung der Zeit, Nähe zur Stille, "Dialoge mit der musikalischen Ewigkeit".

Der begann mit einem 15-minütigen Dauerton im Cello (Charles Curtis). Nur Tonintensität und Dynamik änderten sich dabei minimal. Nach der Viertelstunde übernahmen die Bassetthörner (Carol Robinson und Bruno Martinez) den Ton; die Meditation ging weiter.

Danach begann die erste Massenflucht im Saal. Das rein akustische Werk war den Fans des Genres wohl zu wenig elektronisch.

Das zweite Stück begann mit Bassetthorn und Cello, und nach 35 Minuten entstanden in dieser Minimal-Music immerhin erste Schwingungen und Reibungen, im dritten Werk dann auch zirpende Klänge durch Streichen mit dem Bogen auf dem Cello zwischen Steg und Saitenhalter und am Schluss unterhalb des Saitenhalters. Neu ist das nicht, und es war schwer, die Monotonie so lange auszuhalten.

Der kleine Zuschauerkreis der drei Dortmunder Konzerte rekrutierte sich fast ausschließlich aus Teilnehmern des ISEA-Symposiums im U-Turm. Die experimentelle elektronische Musik, die man hörte, war sperrig, war von großen Namen der Szene interpretiert, bleibt aber Musik für die ganz kleine Nische.

Julia Gaß