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Morellets Gesten der Geometrie

Zentrum für Internationale Lichtkunst

Seine große Ausstellung im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna zu seinem 90. Geburtstag hat François Morellet noch vorbereitet und die zehn Kunstwerke, die er in der ehemaligen Lindenbrauerei zeigen wollte, ausgesucht. Zehn Tage nach seinem Geburtstag ist der französische Künstler dann am 10. Mai gestorben.

UNNA

, 13.10.2016
Morellets Gesten der Geometrie

Zehn Lichtkunstwerke von François Morellet sind in einer neuen Ausstellung im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna zu sehen. Es ist die erste Ausstellung nach dem Tod des Künstlers im Mai.

So ist die Schau "Morellet" im Zentrum für Internationale Lichtkunst unerwartet zu ersten Ausstellung nach dem Tod des renommierten Künstlers geworden. Und es ist die letzte von ihm selbst kuratierte Schau.

Das Lichtkunstmuseum besitzt mit der Arbeit "No End Neon" seit einigen Jahren schon eine Morellet-Installation. Um sie herum zeigt das Museum nun in drei Räumen zehn weitere Lichtkunstwerke des renommierten Vertreters der Konkreten Kunst, für den Geometrie immer im Mittelpunkt stand.

Spannende Rauminstallationen

Im ersten Gang des Kellergewölbes blinkt ein rotes Kreuz, eine frühe Arbeit von Morellet aus den 70er-Jahren - wie ein Signal: Achtung, jetzt folgen spannende Rauminstallationen aus Licht. Sie sind dann im ersten Raum zu sehen.

Da schmiegen sich Arbeiten aus der Serie "Gesticulation" aus dem Jahr 2015 an die Wände und in die Ecken. Die Neonstäbe, die da bizarre Formen bilden, könnten einen Kreis bilden, wenn man sie anders aufhängen würde.

Kontrast zu alten Wänden

Installiert haben Morellets Mitarbeiter, mit denen der Franzose 30 Jahre zusammengearbeitet hat, diese Kunstwerke. Und die haben gestaunt, wie schön sie vor den abgeblätterten, brüchigen Industrie-Backsteinwänden wirken - ganz anders als vor weißen Wänden in den Museen, wo sie sonst hängen.

Weibliche Brüste

Verschmitzt ist Morellets Kunst manchmal. Für die Installation "Néon abscon" aus dem Jahr 1968 sollte man sich ein bisschen Zeit nehmen. Dann sieht man, wie sich die roten Lichtkreise verändern und plötzlich weibliche Brüste (und mehr) sichtbar werden.

Spannend ist, dass diese Arbeit in Korrespondenz zu kreisförmigen Abdrücken der alten Brau-Anlagen auf dem Boden einen sehr schönen Platz gefunden hat.

Morellets frühe Arbeiten aus den 1960er-Jahren, in denen der Franzose auch provozieren wollte, sind manchmal etwas anstrengend anzuschauen. Da blinken die Lichter sehr grell, aber aus der Ferne haben sie in dem alten Gemäuer eine fantastische Wirkung. Großartig sind die späten, filigranen, grafischen Arbeiten wie "Mal barré après réflexion" aus dem Jahr 2011.

Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna: "Morellet", bis 29.1.17, Lindenplatz 1. Besichtigung nur mit Führungen: Di-Fr 13, 15 und 17 Uhr, Sa/So stündlich 12-17 Uhr, jeden ersten Sonntag 12-17 Uhr Begehung ohne Führung, jeden 2. und 4. Sonntag 11 Uhr Familienführung mit Anmeldung unter Tel. (02303) 103751.