Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Zentrum für Internationale Lichtkunst

Morellets Gesten der Geometrie

UNNA Seine große Ausstellung im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna zu seinem 90. Geburtstag hat François Morellet noch vorbereitet und die zehn Kunstwerke, die er in der ehemaligen Lindenbrauerei zeigen wollte, ausgesucht. Zehn Tage nach seinem Geburtstag ist der französische Künstler dann am 10. Mai gestorben.

Morellets Gesten der Geometrie

Zehn Lichtkunstwerke von François Morellet sind in einer neuen Ausstellung im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna zu sehen. Es ist die erste Ausstellung nach dem Tod des Künstlers im Mai.

So ist die Schau "Morellet" im Zentrum für Internationale Lichtkunst unerwartet zu ersten Ausstellung nach dem Tod des renommierten Künstlers geworden. Und es ist die letzte von ihm selbst kuratierte Schau.

Das Lichtkunstmuseum besitzt mit der Arbeit "No End Neon" seit einigen Jahren schon eine Morellet-Installation. Um sie herum zeigt das Museum nun in drei Räumen zehn weitere Lichtkunstwerke des renommierten Vertreters der Konkreten Kunst, für den Geometrie immer im Mittelpunkt stand.

Spannende Rauminstallationen

Im ersten Gang des Kellergewölbes blinkt ein rotes Kreuz, eine frühe Arbeit von Morellet aus den 70er-Jahren - wie ein Signal: Achtung, jetzt folgen spannende Rauminstallationen aus Licht. Sie sind dann im ersten Raum zu sehen.

Da schmiegen sich Arbeiten aus der Serie "Gesticulation" aus dem Jahr 2015 an die Wände und in die Ecken. Die Neonstäbe, die da bizarre Formen bilden, könnten einen Kreis bilden, wenn man sie anders aufhängen würde.

Kontrast zu alten Wänden

Installiert haben Morellets Mitarbeiter, mit denen der Franzose 30 Jahre zusammengearbeitet hat, diese Kunstwerke. Und die haben gestaunt, wie schön sie vor den abgeblätterten, brüchigen Industrie-Backsteinwänden wirken - ganz anders als vor weißen Wänden in den Museen, wo sie sonst hängen.

Weibliche Brüste

Verschmitzt ist Morellets Kunst manchmal. Für die Installation "Néon abscon" aus dem Jahr 1968 sollte man sich ein bisschen Zeit nehmen. Dann sieht man, wie sich die roten Lichtkreise verändern und plötzlich weibliche Brüste (und mehr) sichtbar werden.

Spannend ist, dass diese Arbeit in Korrespondenz zu kreisförmigen Abdrücken der alten Brau-Anlagen auf dem Boden einen sehr schönen Platz gefunden hat.

Morellets frühe Arbeiten aus den 1960er-Jahren, in denen der Franzose auch provozieren wollte, sind manchmal etwas anstrengend anzuschauen. Da blinken die Lichter sehr grell, aber aus der Ferne haben sie in dem alten Gemäuer eine fantastische Wirkung. Großartig sind die späten, filigranen, grafischen Arbeiten wie "Mal barré après réflexion" aus dem Jahr 2011.

Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna: "Morellet", bis 29.1.17, Lindenplatz 1. Besichtigung nur mit Führungen: Di-Fr 13, 15 und 17 Uhr, Sa/So stündlich 12-17 Uhr, jeden ersten Sonntag 12-17 Uhr Begehung ohne Führung, jeden 2. und 4. Sonntag 11 Uhr Familienführung mit Anmeldung unter Tel. (02303) 103751.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Neu im Kino

Tennisspiel der Titanen: McEnroe gegen „Eis-Borg“

Dortmund Sportlerdramen fürs Kino folgen einem bestimmten Muster. Vorstellung der Kontrahenten, oft böser Bube gegen Lichtgestalt. Ist die Persönlichkeit umrissen, schildert der Film den Weg der Akteure bis zum Moment des Duells: Ein besonderes spannendes liefern sich die Mimen Sverrir Gudnason und Shia LaBeouf in „Borg / McEnroe“.mehr...

Cineworld Lünen

Neue Lasertechnik liefert schärferen Filmgenuss

Lünen Die „Cineworld“ in Lünen hat einen sechsstelligen Betrag in eine hochmoderne Projektionstechnik investiert. Wir haben uns im Kinosaal angesehen, was die Filmfreunde von der High-Tech-Neuerung haben.mehr...

Wanne-Eickel

Mondpalast: „Der zerdepperte Pott“ – frei nach Kleist

Wanne-Eickel Das ist mal ein dicker Hund! Die Tür zum Vereinslokal wurde eingetreten, schlimmer noch: Der einzige Pokal, den der FC Hinter-Marl je errang, liegt in Trümmern. Der Täter floh durchs Fenster. Vereinspräsident Otto Adam (Martin Zaik) muss ihn finden, hat aber eigentlich ganz andere Sorgen.mehr...

Konzerthaus Dortmund

Wiener Philharmoniker zünden ein Feuerwerk der Freude

Dortmund Als die Wiener Philharmoniker im März unter Leitung von Andris Nelsons im Konzerthaus Dortmund Beethovens „Pastorale“ gespielt haben, war das ein Bad im Luxusklang. Ohne Aufregung, nicht sehr mitreißend, einfach nur schön. Bei seiner Rückkehr lieferte das beste Orchester Europas allerdings ein wahres musikalisches Feuerwerk.mehr...

Neun Konzerte

Herne wird wieder zum Mekka für Alte Musik

HERNE Jetzt wird es rebellisch. Die neun Konzerte bei den "Tagen der Alten Musik" in Herne beschäftigen mit dem Thema Aufbruch. Dabei liegen vor allem musikalische Neuerungen und revolutionäre Umtriebe der vergangenen vier Jahrhunderte im Fokus.mehr...

Urban Lights

Zur Lichtkunst? Immer schön der gelben Motte nach

MARL Das vierte Spektakel „Urban Lights Ruhr“ hat gerade in Marl begonnen. Der Weg zu den Attraktionen ist zum ersten Mal wirklich gut zu finden. Es geht immer der gelben Motte nach. Studierende der Fachhochschule Dortmund haben das originelle Leitsystem für die vierte Auflage der Urban Lights Ruhr entwickelt.mehr...