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Nadine Schwitter eröffnet die Triennale als "Leila"

Ruhrtriennale 2010

BOCHUM Da sitzt sie vor der Bochumer Jahrhunderthalle, über ihr riesige Metall-Träger und schwere, rostige Rohre: Nadine Schwitter, eine junge, zierliche Person mit zarten Gesichtszügen. Ihr gehört ab Freitag die große Bühne bei der Ruhrtriennale.

von Von Max Florian Kühlem

, 17.08.2010
Nadine Schwitter eröffnet die Triennale als "Leila"

Nadine Schwitter spielt die weibliche Hauptrolle in "Leila und Madschnun", zu sehen ab Freitag bei der Ruhrtriennale.

In den Weiten der Halle wird sie am 20. August die Leila in der Eröffnungsinszenierung "Leila und Madschnun" spielen. Eine Rolle, die ihr in vielerlei Hinsicht wie angegossen zu passen scheint. Über Umwege ist die gebürtige Schweizerin zum Theater gekommen. Als Drittklässlerin entwickelte sie erst einmal eine starke Liebe zum Cello. "Das war mein größter Traum, das professionell zu machen", erzählt sie in der Probenpause.Geschichten wie Mosaiksteine Dass sie schließlich doch zum Theater fand und heute fest am Hamburger Schauspielhaus engagiert ist, hat damit zu tun, dass auch andere Künste starke Anziehungskraft auf sie ausübten. Da ist das Interesse für Film, Fotografie und Zeichnen und vor allem: für Geschichten. "Das Leben besteht aus vielen Geschichten, die sich wie Mosaiksteine zu einem Bild zusammenfügen", sagt Schwitter. Das Theater liebt sie, weil es viele Künste zusammenbringt, weil man sich als Schauspielerin in eine Rolle und die dazugehörige Geschichte hineinwerfen kann. Sehr entgegen kommt ihr so Willy Deckers Vorhaben, "Leila und Madschnun" zu einer Grenzen sprengenden Kreation zwischen Sprech- und Musiktheater zu machen.Fasziniert von Industriekultur Das alles passiert an einem Ort, den Nadine Schwitter schon vor einiger Zeit für sich entdeckt hat: "Ich bin oft und gerne im Ruhrgebiet und war immer schon fasziniert von diesen Hallen." Schlicht umgehauen hat sie Ivo van Hoves Ruhrtriennale-Inszenierung "Rocco und seine Brüder". In der kompromiss- und bedingungslosen Liebe, die Leila Madschnun entgegenbringt, erkennt Nadine Schwitter Motive anderer Rollen, die sie bereits gespielt hat: Fausts Gretchen und Hamlets Ophelia. "Liebe und Sehnsucht sind ja etwas Universelles", glaubt sie. Aber das, was Leila durchmacht, geht für sie viel weiter. "Es ist eine Liebe, die sich über die Grenzen der Realität hinaus entwickelt." Und obwohl die tiefe Sehnsucht und die Erschütterungen der verbotenen Liebe vor allem im Inneren ihrer Figur stattfinden, muss die Schauspielerin sie in der Jahrhunderthalle nach außen kehren. Um der riesigen Halle, Sängern, Chor und Orchester etwas entgegenzusetzen. Man darf gespannt sein, wie ihr das gelingt.Die Triennale startet am Freitag, läuft bis 10. Oktober und blickt diesmal auf die islamische Kultur:

  • Höhepunkte neben „Leila und Madschnun“: „Die Blechtrommel“ (ab 8.9., Bochum), Hans Werner Henzes neue Oper „Gisela“ (ab 25.9., Gladbeck) und „Verbrennungen“ (ab 23.9., Bochum), ein Gastspiel des Burgtheaters, sowie das Gastspiel der Tanzcompagnie von William Forsythe (ab 7.10., Bochum).
  • Neu zu entdecken gibt es in der Reihe „Century of Song“ Künstler aus aller Welt, die in ihrer Heimat große Stars sind. Das gilt etwa für Burhan Öçal, der bei der Gala türkischer Musik „Ask Sarkilari – Liebeslieder“ (2.10, Bochum) auftritt. Anouar Brahem, ein Virtuose der Oud (Vorform der Laute), spielt in Duisburg am 15. September.
  • Ein originelles Kino-Wochenende macht das Filmfestival „The spirit of islam“ (17.-19.9.) möglich. In der Gebläsehalle Duisburg-Nord können die Besucher dazu die arabische Küche genießen.
  • Karten unter Tel. (0700) 20 02 34 56. 

www.ruhrtriennale.de