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Jan Kolata

Nervenkitzel bei jeder neuen Farbschicht

HERDECKE Während sich manch anderer Maler noch überlegt, welchen Pinsel er für sein nächstes Gemälde aus der Blechbox zieht, macht sich Jan Kolata auf den Weg in den Baumarkt. Dort findet der Künstler in der Anstreicher- und Putzabteilung alles, was er braucht für seine großformatigen, vor Farben strotzenden Gemälde, die derzeit in der Dr. Carl Dörken Galerie in Herdecke zu sehen sind.

Nervenkitzel bei jeder neuen Farbschicht

Der Künstler Jan Kolata entwickelt in zahlreichen Farbschichten seine Gemälde.

Wie die Farbe auf die etwa zwei Meter breiten wie hohen Leinwände aufgetragen wurde, ist in der Schau "Farbe vermuten" sehr gut zu erkennen: Große Pinselstriche ziehen sich über die Leinwände, manchmal durchbrochen von regelrechten Farblöchern, die den Blick auf die darunter liegenden Farbschichten freigeben.

Womit der 65-jährige Künstler diese, im wahrsten Sinne des Wortes, vielschichtigen Eindrücke jedoch erzeugt, überrascht. Flächenstreicher - ein beliebtes Malerwerkzeug - nimmt er oft zur Hand. "Für die scharfen Kanten benutze ich einen Fensterwischer, für die weichen dagegen einen Putzlappen", sagt Kolata, der als Professor für Malerei an der TU Dortmund unterrichtet.

Ohne Skizze und Idee

Zahllose Farbschichten trägt Kolata so auf die Leinwände auf. Ohne Skizze, ohne eine Idee vorab im Kopf. "Der läuft man nur immer hinterher." Manche Farbschicht, manche Veränderung ergibt sich ganz spontan, muss umgesetzt werden, solange die Farbe noch feucht ist.

"Natürlich ist das auch ein Risiko. Man kann das Bild auch wieder verlieren. Aber dieser Nervenkitzel macht ja auch Spaß", sagt Kolata.

 

Dr. Carl Dörken Galerie: "Farbe vermuten", bis 1.2., Wetterstraße 60, Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr. Künstlergespräch: 23.11. um 11 Uhr. 

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