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Neue Akademie soll digitales Theater in Dortmund lehren

Treffen in Mülheim

Der Plan einer Dortmunder Akademie, die bundesweit das erste Labor zur Erforschung digitaler Techniken am Theater wäre, ist auf gutem Weg und konkretisiert sich, wie am Mittwoch bei einem Symposium im Mülheimer Ringlokschuppen zu erfahren war.

MÜLHEIM

, 23.06.2017
Neue Akademie soll digitales Theater in Dortmund lehren

Alexander Kerlin sprach während des Symposiums über die digitale Revolution.

"Hybride Ästethiken auf dem Theater" war das Treffen in Mülheim überschrieben, einer der Referenten war Alexander Kerlin, Dramaturg am Dortmunder Schauspiel.

Laut Kerlin sind die Gespräche zwischen Intendant Kay Voges und den Kulturverantwortlichen so weit gediehen, "dass die Stadt konkret nach Räumlichkeiten für eine Akademie Ausschau hält."

Gründungskonferenz im Februar in Dortmund

Um ihr Projekt einer Schule des Digitalen am Theater zu bewerben und inhaltlich auszugestalten, laden Voges und sein Team vom 23. bis 25. Februar 2018 zur Gründungskonferenz nach Dortmund ein.

Unter dem Titel "Enjoy Complexity" (Genieß die Komplexität) sollen Theatermacher und -freunde sich austauschen, wohin die Reise gehen kann, wenn Bühnen technisch aufrüsten.

Kerlin hat Denkansätze zu Live-Video und -Fotografie vorgestellt

Dortmunds Schauspiel hat sich den Ruf eines Vorreiters beim Einsatz von Live-Video, Live-Fotografie und programmierter Elektronik erworben, dieser Tatsache verdankte Alexander Kerlin seine Einladung zum Mülheimer Symposium.

"Performative Inszenierungsstrategien am Stadttheater" - unter diesem Titel stellte Kerlin Denkansätze und Produktionen aus Dortmund vor.

Die Zersplitterung unserer Erfahrungswelt spiegeln

Seine These: Die digitale Revolution hat dem Bühnenkanon der Klassiker fast den Todesstoß versetzt. Wie kann das Theater die Zersplitterung unserer (Erfahrungs-) Welt in Twitter-Häppchen, Streams und digitale Parallelwelten spiegeln?

Indem es auf Techniken von Collage, Remix, "Mash-up" zugreift: Kerlin nennt beispielhaft dafür Voges' Inszenierung "Das Goldene Zeitalter".

Theater muss im öffentlichen Raum wirken

Theater müsse in die Stadt gehen, im öffentlichen Raum wirken, so Kerlin. Es müsse sich vernetzen mit Künstlern, freien Gruppen, Recherchekollektiven, Polit-Aktivisten, wenn es relevant bleiben wolle.

Wer "Big Data" kritisiere, brauche ein Verständnis der Technik: "Ein Programmierer gehört zum Ensemble wie ein Maskenbildner, das Bühnenbild von morgen ist vielleicht virtuell und ermöglicht neue Theaterformen."

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