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Neue Chefin im Schloss Oberhausen

OBERHAUSEN Irgendwann wird sie ihre Besucher mal mit einer festlichen Tafel überraschen. "Der gedeckte Tisch" soll eine der Ausstellungen heißen, die die neue Museumsleiterin in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen unbedingt verwirklichen möchte. Mit Exponaten vom antiken Weingefäß bis zu Werken von Daniel Spoerri, der in unserer Zeit abgefutterte Tische an die Wände hängt.

von Von Bettina Jäger

, 30.07.2008
Neue Chefin im Schloss Oberhausen

Die neue Schlossherrin: Christine Vogt (40) leitet die Ludwig Galerie in Oberhausen.

Keine Frage, Christine Vogt hat Ideen. Die neue Museumsleiterin der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen bringt schon optisch frischen Wind in die Liga der meist männlichen Museumsdirektoren im Ruhrgebiet. Wo sonst Anzüge dominieren, fällt sie mit blonden Ponysträhnen und dem dezenten Schmuck im Nasenflügel sofort auf. Ihr Lebenslauf ist nicht minder ungewöhnlich. Erst auf dem zweiten Bildungsweg machte die gebürtige Sauerländerin Abitur, hängte ein Studium der Kunstgeschichte an und promovierte über Dürer-Kopien. "Mich hat das da so hingezogen", sagt sie über ihre Liebe zur Kunst.Museumshop an anderer Stelle

Offen und zupackend spricht die 40-Jährige auch über ihre Pläne. Das Schloss möchte sie mehr in den Blickpunkt rücken. Die sehr idyllische Anlage direkt am Kaisergarten werde zu wenig mit den Ausstellungen in Verbindung gebracht. "Dabei sind wir ein Super-Ausflugsziel", betont sie. Außerdem wird der Museumsshop, bislang untergebracht gegenüber des Hauptgebäudes, umziehen. "Den finden die Besucher einfach nicht", sagt Vogt. Er wird in die "Vitrine" - den Glaskubus über dem Haupteingang - verlegt.

Das Programm des Hauses, das mit populären Ausstellungen etwa zum Karikaturisten Deix oder Comic-Schauen wie "Tim und Struppi" Rekordbesuche erzielte, will sie fortführen. Ebenso die Präsentationen aus der kostbaren Ludwig-Sammlung. "Dieses besondere Profil hat dem Haus den Erfolg beschert", lobt sie ihren Vorgänger Bernhard Mensch und dessen Kurator Peter Pachnicke, die Ende Februar in den Ruhestand getreten waren (wir berichteten). Diese Freiheit, ungewöhnliche themenübergreifende Ausstellungen zu machen, habe sie bewogen, den Job anzunehmen.

Ohne Kurator

Einen Kurator will Christine Vogt erst einmal nicht einstellen. Die Ludwig-Stiftung, die das Ausstellungshaus mitfinanziert, hat ihr die Verwendung der Gelder freigestellt. Vogt hat sich entschlossen, erst einmal die Inhalte selbst zu erarbeiten und die Gestaltung der Ausstellungen dem Architekten Uwe Eichholz zu überlassen. Beide hatten schon am Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, wo Vogt vorher tätig war, zusammengearbeitet - bei "Holland in Linien" etwa, einer originellen Grafikschau.

Meisterwerke der Grafik von Munch bis Kirchner und von Picasso bis Warhol werden auch Vogts erste eigene Schau in Oberhausen ab 27. September bestimmen. "Figuren und Ikonen" heißt die Ausstellung, die Meisterwerke wie Munchs "Madonna" (Ausschnitt unten) und Warhols "Marilyn" (Ausschnitt oben) in Oberhausen vereinen wird.

Ludwig Galerie Schloss Oberhausen: "Figuren und Ikonen", 27.9 - 4.1. Bis 14.9. laufen noch die Foto-Ausstellungen "Thomas Hoepker" und "Thomas Wolf", Di-So 11-18 Uhr.