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Neuer Direktor hat einen Fünf-Punkte-Plan

Museum Folkwang Essen

Der neue Direktor Peter Gorschlüter will das Profil des Hauses schärfen und es stärker in der Stadt verankern. Dafür hat der 43-Jährige fünf Ideen, die er am Dienstag im Museum Folkwang vorgestellt hat.

Essen

, 10.04.2018
Neuer Direktor hat einen Fünf-Punkte-Plan

Peter Gorschlüter wird am 1. Juli Direktor des Museum Folkwang in Essen. Am Dienstag hat der 43-jährige Kunstwissenschaftler erste Ideen vorgestellt. Foto: dpa

Am 1. Juli tritt der 43-jährige sein Amt als achter Direktor des Museum Folkwang in Essen an, sein Vertrag mit dem Haus, das im Jahr rund 150.000 Besucher hat, läuft über acht Jahre.

Bis 30. Juni ist der gebürtige Mainzer, der Kunstwissenschaft und Medientheorie studiert hat, noch kommissarischer Leiter des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main.

Davor war er von 2008 bis 2010 Chefkurator an der Tate in Liverpool und von 2002 bis 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator der Kunsthalle Düsseldorf. An allen Orten stand bei ihm interdisziplinäres Arbeiten im Mittelpunkt.

„Fünf Dinge sind mir wichtig“

Gorschlüter spricht leise und freundlich, aber bestimmt. Für Essen hat er genaue Vorstellungen: „Ich sehe es als meine Aufgabe an, den Grundgedanken des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus in die Zukunft zu führen. Dabei sind mir fünf Dinge wichtig“, erklärt er am Dienstagnachmittag im Gartensaal seiner neuen Wirkungsstätte. Diese fünf Dinge umriss Gorschlüter so:

1. „Ich plane interdisziplinäre Ausstellungsformate, in denen wir zum Beispiel Kunst und Mode, Kunst und Musik oder Kunst und Theater verbinden. In Frankfurt habe ich gerade eine Ausstellung mit Regisseur Ersan Mondtag gemacht. Die war wie ein begehbares Theaterstück. Auch die Ausstellung mit Modeschöpfer Kostats Murkudis in Frankfurt war erfolgreich.“

2. „Ich möchte mit meinen Kuratoren Themenschwerpunkte setzen, die sowohl relevant sind für die Gegenwart als auch für die Kunst des 19. Jahrhunderts. Utopie und Distopie, Vergangenheit und Zukunft oder Ästhetik der Großstadt können solche Themen sein.“

3. „Wir arbeiten aktiv mit der Sammlung. Wenn wir mit Künstlern zusammenarbeiten, können wir verschiedene Perspektiven der Präsentation und neue Facetten der Sammlung zeigen. In der Tate in Liverpool hat das gut funktioniert.“

4. „Wir beginnen, die Sammlung zu kartografieren, auch digital. Und wir zeigen, welche Beziehungen Künstler zu anderen Kulturen haben.“

5. „Der Mensch, das heißt der Besucher, steht im Mittelpunkt. Wir wollen auf die Stadt zugehen. In der Tate habe ich 2008, als Liverpool Kulturhauptstadt war, mit Besuchern und 14 internationalen Künstlern ein ,Museum der Wünsche‘ eingerichtet. Und 2016 haben wir in Frankfurt ein ,imaginäres Museum‘ präsentiert. Ausgangsfrage war: ,Was wäre, wenn die Museen verschwunden sind?‘ In unserem ,imaginären Museum‘ waren am Schluss die Kunstwerke verschwunden und wurden von 250 Besuchern nachgestellt.“

2022 feiert das Museum ein Jubiläum

2022 feiert das Museum Folkwang sein 100-jähriges Bestehen in Essen. „Zu dem Jubiläum werden wir das Museum weiter in die Stadt bringen. Daran, in welcher Form das passieren wird, arbeiten wir“, so Gorschlüter. Noch verrät der 43-Jährige, der im Sommer mit seiner Frau und zwei schulpflichtigen Kindern nach Essen zieht, keine konkreten Ausstellungspläne.

Er spricht von einem „Folkwang-Museum für alle“, davon, junges Publikum anzulocken, vom „eigenen Profil“, das er dem Museum Folkwang geben will und „Dialogen mit der Stadtgesellschaft“. Die erste Ausstellung, die er plant, eröffnet erst Mitte 2019.

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