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Buchtipp der Redaktion

Oliver Brand: "Punk is Dad"

DORTMUND Passend zur Frankfurter Buchmesse - auf der auch in diesem Jahr wieder unzählige Lesebegeisterte erwartet werden - haben sich unsere Redakteure ihre Lieblingsbücher vorgenommen, um sie Ihnen vorzustellen. Redakteur Oliver Brand legt Ihnen "Punk is Dad" ans Herz.

Oliver Brand: "Punk is Dad"

Die Buchtipps aus unserer Redaktion.

Fast 30 Jahre ist es her, da erschien mit „The Commitments“ Roddy Doyles wohl wichtigster Roman seiner Karriere. Der irische Schriftsteller erzählte darin die Geschichte vom Aufstieg und Fall der gleichnamigen Soulband aus Dublin, in dessen Mittelpunkt der zwanzigjährige Jimmy Rabbitte steht. In „Punk is Dad“ führt Doyle den Leser nun zurück in den fiktiven Vorort Barrytown – und damit auch zurück zu Jimmy Rabbitte. Der ist mittlerweile 47 Jahre alt, hat vier Kinder und eine liebevolle Ehefrau. Doch so unbeschwert sich der erste Eindruck auch lesen mag, so tragisch ist doch das Schicksal des Protagonisten: Er hat Darmkrebs.

Gleich zu Beginn gibt es eine Szene, die zeigt, wie Jimmy mit der grausamen Krankheit umzugehen versucht. Da sitzen Jimmy und sein Vater in einem Pub, trinken Bier, und es entwickelt sich ein Gespräch über Nichtigkeiten, in dem Jimmy seinem alten Herren fast beiläufig offenbart, was sich ohnehin nicht mehr vermeiden lässt. „Wie geht’s deiner Frau?“ – „Gut. Wie geht’s Ma?“ – „Gut. Trinkst du noch eins?“ – „Nein, ich muss noch fahren.“ – „Na, schön.“ – „Ich hab Krebs.“ – „Braver Junge.“ – „Ich mein’s ernst, Dad.“ – „Ich weiß.“

Tragischer, humorvoller Roman

„Punk is Dad“ ist ein tragischer, vor allem aber auch humorvoller Roman über Freundschaft, Familie und eben über Krebs, der die Ernsthaftigkeit des Themas aber nie aus den Augen verliert. Und Doyle zeigt auch, dass man der Krankheit auch mal mit Humor begegnen kann und manchmal sogar muss. Er wird nicht sterben, beteuert Jimmy dann auch immer wieder in dem Buch. Ob es auch so kommt? Das sollte jeder selber lesen.

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