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Oper von Caldara erklingt erstmals nach 230 Jahren wieder

Konzerthaus Dortmund

DORTMUND . "300 Jahre Generalpause" wirbt das Konzerthaus Dortmund auf Flyern für seine "Zeitinsel Antonio Caldara". Und in der Tat ist das zentrale Werk dieses Minifestivals, die Oper "La concordia de' Pianeti" ("Die Einigkeit der Planeten") seit der Uraufführung 1723 nicht mehr er-klungen.

06.01.2014

Barockspezialist Andrea Marcon weckt sie am 18. Januar in der konzertanten Aufführung mit seinem "La Cetra Barockorchester Basel" in Dortmund aus dem Dornröschenschlaf. Es ist die Wiederentdeckung des Jahres. Deshalb wird sie von der Deutschen Grammophon als Live-Mitschnitt aus dem Konzerthaus auch auf einer CD konserviert.

Historisches Ereignis Ein paar Takte aus der Oper hat Andrea Marcon dem Publikum auf dem Cembalo schon vorgespielt, als er im Oktober mit Countertenor Philippe Jaroussky im Konzerthaus war. Frisch klang diese Musik, die ganz besondere Klangfarben hat.

Herzenswunsch des Intendanten

Die Caldara-Zeitinsel war ein Herzenswunsch von Intendant Benedikt Stampa. "Diese Wieder-Uraufführung ist ein großes historisches Ereignis", sagt der Konzerthaus-Chef. 3500 Werke, darunter 78 Opern und 40 Oratorien, hat der Venezianer und Wahl-Wiener, der Zeitgenosse von Vivaldi und Händel war, komponiert.Die Musik glänzt "Er war einer der berühmtesten Komponisten des 18. Jahrhunderts", schwärmt Marcon: "Er hat nur für die Stimme geschrieben. So, dass die glänzt. Caldara war kein Virtuose. Seine Musik hat mehr mit der von Händel gemeinsam als mit der von Vivaldi."

Sieben Sänger, darunter Sopranistin Anna Prohaska als Jagdgöttin Diana, Altistin Delphine Galou als Venus und die Countertenöre Carlos Mena, Franco Fagioli und Christophe Dumaux sowie Chor und Orchester stehen auf der Bühne. Caldara komponierte die Oper zum Namenstag der Kaiserin Elisabeth Christine. Die Handlung ist dem Anlass angepasst: Die Planeten diskutieren, ob die Kaiserin eine von ihnen ist.Vier Jahreszeiten

"In 90 Prozent der Konzerte kennt man schon die Musik. Wie schön ist es, etwas zu hören, was man noch nie gehört hat", sagt Marcon. Das gilt für alle drei Abende, denn jeder ist eine Entdeckung. Am ersten Abend (16.1.) erklingen Arien - vom virtuosen Showstück für die Sänger bis zum anrührenden Lamento.

Zentrum der "Zeitinsel" ist am Freitag (17. 1.) ein reiner Instrumentalabend, an dem das Barockorchester Sinfonien und Concerti von Caldara den berühmten "Vier Jahreszeiten" von Vivaldi gegenüberstellt.

"Planeten" sind der glanzvolle Abschluss Glanzvoller Abschluss ist dann am Samstag (18. 1.) die Opern-Aufführung der "Planeten". Über die Uraufführung 1723 ist überliefert, dass "die meisten aldortigen Inwohnern dergleichen herrliche Vorstellung niemalen ihr Lebenlang gesehen" haben. Das versprechen das Konzerthaus und Andrea Marcon von der Aufführung am 18. Januar auch.Programm der "Zeitinsel Caldara":

  • „Concerto di Arie“: Donnerstag, 16.1., 20 Uhr. Arien aus Caldaras Opern und Oratorien mit Anna Prohaska (Sopran), Carlos Mena (Counter), Luca Tittoto (Bass), La Cetra Vokalensemble und Barockorchester unter Andrea Marcon.
  • „Concerto da Camera“: Freitag, 17.1., 20 Uhr. Sinfonien und Konzerte von Caldara und Vivaldi mit den Solisten Giuliano Carmignola (Geige) und Nicolas Altstaedt (Cello).
  • „La Concordia de‘ Pianeti“: Samstag, 18.1., 20 Uhr. Mit Anna Prohaska, Delphine Galou Venere, Carlos Mena, Franco Fagioli, Christophe Dumaux, Daniel Behle, Luca Tittoto, La Cetra Vokalensemble und Orchester.
  • Karten: Tel. (0231) 22696200. 
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