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Serie Pausengepräch

Opern-Kinderchor futtert für den starken Auftritt

DORTMUND Das Publikum stößt mit einem Glas Sekt auf die Vorstellung im Theater oder ein gelungenes Konzert an. Und in den Foyers wird diskutiert über das, was man gerade gesehen und gehört hat. Aber was machen eigentlich die Künstler und Mitarbeiter der Theater und Konzerthäuser in dieser Zeit hinter den Kulissen? In unserer Serie „Pausengespräch“ erzählen wir es. In der siebten Folge haben wir einige Mitglieder des Opern-Kinderchors der Chorakademie Dortmund getroffen, die als Straßenkinder in „Carmen“ im Opernhaus Dortmund über die Bühne flitzen.

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Laurea (10, v.l.), Dana (11), Clara (11) und Silvana (13) essen gerne Pommes. In den Pausen der Aufführungen gibt es meist aber eher Butterbrote und Süßigkeiten.

Als Straßenkinder spielen die Mitglieder des Opern-Kinderchores in »Carmen« mit.

Unsportlich - das dürfen die Kinder des Opern-Kinderchores nicht sein, wenn sie bei Aufführungen der Oper Dortmund mit auf der Bühne stehen wollen. Das liegt weniger daran, dass ihnen der Einsatz vor großem Publikum körperlich viel abverlangt. Aber die Pausen, die haben es in sich. Denn die Pausen verbringen die Kinder im sechsten Stockwerk des Opernhauses in der Dortmunder Innenstadt. Um dorthin zu gelangen, ist der Fahrstuhl tabu. „Einmal ist ein Chor im Aufzug stecken geblieben und hat seinen Einsatz verpasst“, erklärt Chorleiter Zeljo Davutovic. Also müssen die Mädchen und Jungen die sechs Stockwerke von der Bühne im Erdgeschoss bis zum Proberaum, der ihnen als Pausenraum dient, zu Fuß nehmen.

Oben angekommen gibt es erst einmal eine Stärkung. „Viele haben Butterbrote und Süßigkeiten dabei. Einmal hatte aber auch einer eine Kartoffel mit Quark eingepackt“, erinnert sich die elfjährige Sängerin Clara. Und wer nichts zu Essen dabei hat, bekommt von den anderen Kindern etwas ab. In der Oper „Carmen“, bei der die Kinder in dieser Spielzeit wieder mitwirken werden, sind sie im ersten und im letzten Akt beim Finale im Einsatz. In den etwa 90 Minuten dazwischen bleibt auch noch Zeit, mal die Handys rauszuholen oder ein wenig zu quatschen. Denn natürlich haben sich im Laufe der Jahre Freundschaften zwischen den Neun- bis 14-Jährigen gebildet. Viele singen schon länger in dem Chor mit und waren schon in anderen Gruppen der Chorakademie Dortmund Mitglied, bevor sie sich dafür entschieden, Singen mit szenischem Spiel zu verbinden. Leicht sei das nicht. „Schon bei einfachem Gehen verändert sich der Klang der Stimme. Es muss immer wieder geübt werden“, sagt Chorleiter Davutovic.

Das bedeutet: proben, proben, proben. Zwei Mal in der Woche üben die etwa 30 Kinder zwei Stunden lang zusammen die Stücke ein, zusätzlich gibt es einmal in der Woche eine halbe bis dreiviertel Stunde Solo-Unterricht. Dazu kommen die szenischen Proben ab sechs Wochen vor der Premiere und die abendlichen Auftritte selbst. „Es ist schon anstrengend“, gibt Clara zu. „Aber es ist ein tolles Hobby.“ „Man schafft das schon“, sagt auch die elfjährige Dana. Vor allem, wenn man es so macht wie Laurea. „Ich guck mir die Texte einmal an, dann kann ich sie meist schon. Und dann sing ich sie auf dem Weg zur Schule, von der Schule zurück und Zuhause. Eigentlich sing ich immer“, sagt die Zehnjährige.

Trotzdem muss auch in der 90-minütigen Pause noch geübt werden. Nach etwa 45 Minuten ist deswegen Schluss mit Chatten und Schnattern. Dann marschieren die Kinder durch ihren Pausenraum und proben das Lied für das Finale. Denn dabei müssen sie sich mit ihren Stimmen gegen die vielen erwachsenen Sänger und gegen das Orchester durchsetzen. „Diese Kraft in der Stimme trainieren wir intensiv“, sagt Zeljo Davutovic. Und mit Erfolg: Denn der Applaus für die Kinder, so verrät er, toppt manchmal sogar den für Carmen höchstpersönlich.

Der Opern-Kinderchor live auf der Bühne


 

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