Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Dortmunder Philharmoniker

Orchester erklommt mit Muße Bruckners Klanggipfel

Dortmund Bruckners monumentale achte Sinfonie stand am Dienstag auf dem Programm des sechsten Sinfoniekonzertes der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund. Fast 100 Minuten ließ sich Generalmusikdirektor Gabriel Feltz Zeit, um diesen Mount Everest der Spätromantik zu erklimmen.

Orchester erklommt mit Muße Bruckners Klanggipfel

Der Dortmunder Generalmusikdirektor Gabriel Feltz dirigierte auswendig und mit viel Elan. Foto: Archiv Menne

Bruckners achte Sinfonie, der Mount Everest der Spätromantik, gehört zur DNA der Dortmunder Philharmoniker. Vor 20 Jahren hat Anton Marik mit dem Orchester die überarbeitete zweite Fassung aus dem Jahr 1890 auf CD aufgenommen. Und Jac van Steen hat mit der Urfassung des Werks aus dem Gründungsjahr der Philharmoniker 1887 vor sechs Jahren die Jubiläumsspielzeit des Orchesters gekrönt.


Urfassung stammt aus dem Gründungsjahr des Orchesters


Am Dienstag und Mittwoch dirigierte Generalmusikdirektor Gabriel Feltz im Konzerthaus die Philharmoniker in der 1890er-Fassung.

Satte 100 Minuten brauchte Feltz, um mit 93 Musikern diese Kathedrale aus Klang zu bauen. Marik war 20 (!) Minuten schneller. Aber spannungsärmer war Feltz‘ Interpretation dennoch nicht. Der Dirigent, der auswendig und dadurch emotionaler und mit besserem Kontakt zu den Musikern dirigierte, nahm sich viel Zeit, um Übergänge sehr detailreich und dynamisch ausgefeilt zu gestalten. Das „Mysterium“, wie Bruckner selbst dieses Gipfelwerk nannte, machte Feltz für das Publikum zu einer Achterbahn der Gefühle.


Wagner Tuben und launige Schlagwerker


Breit, aber sehr durchsichtig, legte er den ersten Satz an, um sich im Scherzo dann noch mehr Raum für filigranes Musizieren zu lassen. Im Adagio breitete das Orchester dann mit beeindruckender Ruhe orgiastische Klänge aus. Das war vor allem ein Streicherfest.

Die Bläser, auch die vier Wagner-Tuben in der vorzüglichen Horngruppe, hinterließen in den anderen Sätzen ebenfalls den allerbesten Eindruck. Und Schlagwerker, die mit so viel Sinn für den Effekt Beckenschläge zelebrieren oder so temperamentvoll hinter der Pauke tänzeln, sieht man auch selten.

Ein paar Kürzungen hätten dem halbstündigen dritten Satz und dem Finale gut getan. Aber so ist das beim Besteigen eines (Klang-)Gebirges: Das Gefühl nach dem Erklimmen des Gipfels ist nach ein paar Mühen zuvor schöner.

Am Mittwochabend (14.3.) um 20 Uhr noch einmal im Konzerthaus Dortmund. Karten gibt es an der Abendkasse.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Kulturkanal

Künstler hissen Piratenflaggen

Herne Mit dem Projekt „in flaggranti – Piratenflaggen unserer Zeit“ wollen 25 Kunstschaffende aus dem Ruhrgebiet die moderne Piraterie entlarven. Dabei sehen sie sich selbst als Piraten.mehr...

Neu im Kino

„Lady Bird“ kämpft allein gegen alle

Greta Gerwigs „Lady Bird“ erzählt von Not und Peinlichkeit im Leben einer jungen Frau, und davon, wie die Rebellion mit 17 sich anfühlt – ein Film mit Herz und Witz.mehr...

Grillo-Theater

„Der Fall der Götter“ als schlichte Nacherzählung des Filmstoffs

Essen Jan Neumann erzählt Visconti-Film mit „Der Fall der Götter“ im Essener Grillo-Theater leider nur nach. Der Regisseur verpasst die Chance, in der Heimat der Krupp-Dynastie dokumentarisch zu arbeiten.mehr...

Haus Opherdicke

Otmar Alt fasziniert mit fabelhaften Zauberwelten

Holzwickede Das Haus Opherdicke zeigt ab dem 22. April eine große Retrospektive mit mehr als 100 Werken von Otmar Alt. Schon wenn man den Hof vor dem Wasserschloss Opherdicke in Holzwickede betritt, muss man schmunzeln.mehr...

Klavier-Festival Ruhr

Pierre-Laurent Aimard spielte Debussy mit Clownsnase

Duisburg Das 30. Klavier-Festival Ruhr startete in Duisburg mit einem ungewöhnlichen Abend. Umringt von so vielen Kindern hat Pierre-Laurent Aimard noch nicht Klavier gespielt.mehr...

Philharmonie Essen

Esa-Pekka Salonen beeindruckte als Maestro der leisen Töne

Essen Das Publikum in der Philharmonie Essen erlebte am Donnerstag einen imposanten Abend mit dem finnischen Star-Dirigenten und seinem Philharmonia Orchestra aus London.mehr...