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Ruhrfestspiele

Orchester reiste durch Smetanas „Vaterland“

Recklinghausen Die Neue Philharmonie spielte bei den Ruhrfestspielen den ganzen Zyklus.

Orchester reiste durch Smetanas „Vaterland“

Die neue Philharmonie Westfalen spielte bei den Ruhrfestspielen Smetanas „Mein Vaterland“. Foto: Malinowski

Tschechien war die Heimat von Bedrich Smetana, sein „Vaterland“. Der Zyklus von sechs sinfonischen Dichtungen wird selten komplett aufgeführt. „Die Moldau“ und „Aus Böhmens Hain und Flur“ sind zu Recht die populärsten Werke, weil sie am effektvollsten komponiert sind.

Zum Thema „Heimat“ der Ruhrfestspiele passte die Gesamtaufführung am Sonntagabend perfekt. Und das Konzert der Neuen Philharmonie Westfalen unter Leitung von Rasmus Baumann im großen Festspielhaus in Recklinghausen hatte ein großes und dankbares Publikum im fast ausverkauften Saal.

Die Moldau in schnellem Fluss

Baumann ist ein präziser Dirigent, der Wert auf Kontraste legt. Die Geschichte der Prager Burg Vysehrad baute er spannungsvoll auf, und die Streicher wuchsen im Laufe des Werks immer mehr zu einer homogen und geschlossen musizierenden Gruppe zusammen.

Schnell ließ Baumann danach die Moldau aus der Quelle sprudeln und in einem breiten Klangstrom durch Prag fließen. Die gute Blechbläsergruppe und die zuverlässigen Holzbläsersolisten der Neuen Philharmonie hörte man nicht nur im hymnischen Finale dieser sinfonischen Dichtung, sondern auch in den späteren Werken.

Volksfeststimmung an vielen Orten

Volksfeststimmung, von dem Orchester mitreißend gespielt, klingt bei einigen dieser Werke heraus: in der Hochzeitsszene der Amazonenkönigin Sárka und auch „Aus Böhmens Hain und Flur“. Hilfreich für das Publikum wäre es jedoch gewesen, wenn auf dem Programmzettel zumindest jeweils ein erklärender Satz zu jeder sinfonischen Dichtung gestanden hätte.

Denn dass „Sárka“ eine Königin ist, die den Männern Rache geschworen hat und die am Schluss auch mordet, dass Tábor eine Stadt in Südböhmen und Blanik ein Berg ist, in dem ein Ritterheer schläft, weiß wahrscheinlich nicht jeder. Es beeinflusst aber das Hören – besonders deshalb, weil die Neue Philharmonie so illustrativ spielte.

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