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Preisverleihung bei "Stücken"

Peter Handke für frisches Drama um seine Familie gelobt

MÜLHEIM Beim Mülheimer Theaterfestival "Stücke" sind gestern die preise verliehen worden. und eine gute Nachricht konnte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld zu Beginn der Preisverleihung verkünden: Fördermittel von Bund und Land sind sicher, die Mülheimer Theatertage "Stücke" werden 2013 nicht unter Etatkürzungen leiden.

Peter Handke für frisches Drama um seine Familie gelobt

Bei der preisverleihung des Theaterfestivals "Stücke" (v.l.): Jens Raschke, Philipp Löhle, Dagmar Mühlenfeld (Oberbürgermeisterin der Stadt Mülheim), Peter Handke und Udo Balzer (Festivallleiter).

Mit einer Auslastung von 94 Prozent fiel der Publikumszuspruch beim zu Ende gegangenen 37. Festival sehr erfreulich aus. Gestern stand in der Stadthalle die Würdigung der Sieger an, vorneweg Peter Handke, der mit "Immer noch Sturm" den Mülheimer Dramatikerpreis 2012 gewann. Dankesreden der Preisträger sah das Programm nicht vor, Laudatoren hatten das Wort.

Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, lobte Handkes Stück ("halb Traumspiel, halb Doku-Charakter") für seine Fülle an Details, für Spontaneität und Frische. "Ich mag das Stück, weil der Autor unter Menschen geht", so Oberender, "und weil er weiß, was seine Leute sind!"

Slowenen in Kärnten

Handkes "Leute", das sind seine Vorfahren, Kärntner Slowenen, die er von 1936 über den Krieg bis in die 50-er Jahre begleitet. "Familiengeschichte wird hier zu Weltgeschichte", bilanzierte Oberender. Vergangenes werde sinnliche Gegenwart. Ein Ich-Erzähler begegne sich selbst und den Ahnen: "So wurde Geschichte noch nie dramatisiert", lobte Oberender. Handke sei ein abenteuerlicher Künstler, von dem Gefährlichkeit ausgehe, eine latente Reizbarkeit, die Oberender als Qualität sieht: "Ein leichter Mensch mit schweren Schuhen."

Blick in eine Kinderseele

Schauspielerin Bettina Storm hielt die Laudatio auf Jens Rascke, für "Schlafen Fische?" mit dem KinderStückePreis prämiert: Ein glaubhafter Blick in eine Kinderseele. Das Stück habe große situative Kraft und lasse komplexen Figuren ein Geheimnis. Ingoh Brux, Dramaturg am Nationaltheater Mannheim, würdigte Philipp Löhle (Publikumspreis für "Das Ding") für seine Prosa, den flapsigen Jargon und Wortwitz. Löhles typischer Held sei ein Mix aus Michael Kohlhaas, Don Quijote und Bart Simpson.

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