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Philharmonie Essen: Streit mit Kaufmann ist (fast) vorbei, neuer Intendant wird Bultmann

ESSEN Der neue Intendant der Philharmonie Essen heißt Johannes Bultmann. Und er hat gleich in einem seiner ersten Sätze betont, eng mit dem Konzerthaus Dortmund und mit der zukünftigen Bochumer Symphonie zusammenarbeiten zu wollen. Er tritt damit einen Posten an, den sein Vorgänger Michael Kaufmann nicht ganz fehlerfrei hinterlassen hat.

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Der neue Philharmonie-Intendant Johannes Bultmann.

Der ehemalige Intendant: Michael Kaufmann.

Ein Riesenansturm gab´s gestern auf die Pressekonferenz, bei der die Theater und Philharmonie (TUP) die Nachfolge bekannt gab. „Ich freue mich, dass wir so viel Aufmerksamkeit erreichen wie noch nie“, sagte Essens Kulturdezernent Oliver Scheytt – ein Satz, den er erstaunlich ironiefrei aussprach. Hatte doch die Essener Stadtverwaltung selbst durch den öffentlichen Rauswurf von Michael Kaufmann für bundesweite Häme gesorgt. Da wollten eben auch alle beim letzten Akt dabei sein. Und als Finale entpuppte es sich wirklich. Denn Michael Kaufmann hat sich mit der TUP (fast) geeinigt. Ein Aufhebungsvertrag sei zwischen den Anwälten „ausverhandelt“, so Scheytt. Während der Aufsichtsrat schon zugestimmt hat, fehlte von Kaufmann gestern noch die Unterschrift. Die Abfindung soll im sechsstelligen Bereich liegen. Man könne gut mit diesem Vertrag leben, hieß es aus dem Aufsichtsrat.

Nun also Dr. Johannes Bultmann (48): Mit zwei Gegenstimmen der SPD hatte ihn der Aufsichtsrat gewählt. Ein sehr diplomatischer, hervorragend formulierender Musikmanager trat da vor die Presse, der (mit anderen) das marode Festspielhaus Baden-Baden zum Erfolg geführt hatte. Schon am 1. Dezember will er in Essen anfangen. „Natürlich macht man sich Gedanken“, sagte er über die vorausgegangene Affäre. „Aber das Haus ist im Prinzip wunderbar eingeführt.“ Er hoffe, Irritationen bei den Sponsoren „neutralisieren“ zu können.„Die Qualität, die Herr Kaufmann hier vorgelegt hat, steht nicht zur Diskussion“, so Bultmann. Auch in Zukunft soll es Konzerte der A-Klasse geben und einen „Service wie im Fünf-Sterne-Hotel“. Neue Musik sei unverzichtbar, meinte der Musikwissenschaftler, der eng mit dem Komponisten Hans Werner Henze zusammengearbeitet und über ihn promoviert hat. Bultmann deutete aber an – sicher im Hinblick auf die miserable Auslastung dieser Abende unter Kaufmann –, dass man solche Konzerte in Projekte einbinden könnte, um mehr Resonanz zu bekommen. Bultmann hatte in den 90er Jahren gemeinsam mit Eberhard Kloke viel besuchte Konzerte mit Neuer Musik in der Bochumer Jahrhunderthalle organisiert. Wie ein Damokles-Schwert dürfte allerdings über seiner ersten Spielzeit das drohende Defizit von 500 000 € hängen. Deswegen soll am Marketing gespart werden. „Dann hängen eben weniger Plakate in Köln“, sagte Scheytt mit einem Seitenhieb auf bisherige Strategien des Hauses.  

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