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Dortmunder Philharmoniker

Pianist Gerhard Oppitz als virtuoser Motor

DORTMUND Mahlers fünfte Sinfonie wäre schon allein einen Abend wert. Die Dortmunder Philharmoniker kombinierten das bizarre Schwergewicht Dienstag und Mittwoch im vorletzten Philharmonischen Konzert im Konzerthaus Dortmund mit dem ersten, trotzigen Klavierkonzert von Beethoven. Und Pianist Gerhard Oppitz machte in seinem Abschiedskonzert als Residenzkünstler des Orchesters deutlich, wie viel Sturm und Drang im jungen Beethoven gesteckt hat.

Pianist Gerhard Oppitz als virtuoser Motor

Gerhard Oppitz gab sein Abschiedskonzert als Residenzkünstler der Dortmunder Philharmoniker.

Erstaunlich: Mehr als Dirigent Georg Fritzsch, derzeit Generalmusikdirektor in Kiel und zuvor in Hagen, war der sonst zurückhaltende Oppitz der Motor. Kräftig und virtuos eröffnete er das Konzert, hüllte im langsamen Satz fast jeden Ton einzeln in ein kleines Hall-Kleidchen, erzeugt vom rechtem Pedal, und spielte für seine Verhältnisse das Ungarese-Finale sehr schnell. Oppitz und die Philharmoniker sind in dieser Saison zusammen gewachsen, verstanden sich blendend. Dialogbereit war der 59-jährige Pianist, um auf den militärischen Schneid des Orchesters zu antworten.

Nach der Pause schaltete das Orchester sehr gut komplett um auf süffigen Mahler-Klang, groteske Alpträume im Scherzo und verzückte Liebestraum-Visionen im berühmten Adagietto, mit dem Visconti seinen Film "Tod in Venedig" illustriert hat. Fritzsch ließ diesen Satz nicht in einem Tränenmeer versinken, sondern entschlackt und schlank musizieren. Mahler liegt den Dortmunder Philharmonikern. Das hörte man in den bohrenden Klängen des Trauermarsches, im aufgewühlten zweiten Satz, in dem Fritzsch Klangmassen klug strukturiert bewegte, und in den Bläsersätzen (mit Jan Golebiowski als Hornsolist).

Im Finale nach 80 Minuten hing die Spannung erst etwas durch, dann führte Fritzsch das Orchester aber klanglich glorios zum Jubelfinale. Ein Tonmeisterstudent aus Düsseldorf hat die Konzerte zu Übungszwecken aufgenommen, weil auch für einen Toningenieur Mahlers Fünfte eine Herausforderung ist. Vielleicht wird eine CD daraus. Julia Gaß

 

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