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Folkwang-Abteilung eröffnet

Pop lässt sich jetzt studieren

BOCHUM Der große Saal des Folkwang-Theaterzentrums in Bochum ist voll. Die Erwartungen sind so hoch, dass die Luft zu knistern scheint. Endlich wird das Institut für populäre Musik der Folkwang Universität der Künste eröffnet, das seit der Kulturhauptstadt 2010 als Idee durch die Köpfe der Menschen geistert.

Pop lässt sich jetzt studieren

Hans Nieswandt und Anke Engelke bei der Eröffnung des Instituts für Populäre Musik im Folkwang Theaterzentrum.

Die Geschichte der Popmusik ist auch die Geschichte energetischer Abende, nach denen nichts mehr war wie vorher: Als Elvis 1954 in Memphis zum ersten Mal seinen Hüftschwung präsentierte. Als Bob Dylan 1965 beim Newport Folk Festival zum ersten Mal elektrisch spielte. Immer gab es dabei tumultartige Szenen. So auch bei der Eröffnung des Instituts für populäre Musik am Samstag.

Männerdominierte Runde

Der Abend begann im musikalischen Plauderton: Carsten Meyer alias Erobique improvisierte am Klavier, driftete in Neil Youngs tröstliches "Lotta Love" und wurde vom Institutsleiter Hans Nieswandt abgelöst.

Mit seinen Beiratsmitgliedern Anke Engelke, Christoph Jacke (Pop-Professor in Paderborn) und Diedrich Diederichsen (Pop-Theoretiker) plauderte er über seine journalistische Vergangenheit und die "experimentellen Existenz", die ein Leben für den Pop früher mit sich brachte. Die männerdominierte Runde stellte sich selbst die Frage: Ist Pop vorbei, weil er jetzt institutionalisiert ist? Hans Nieswandt stellte eine Gegenfrage: "War Literatur vorbei, als die Literaturwissenschaft gegründet wurde?"Kritisches Nachhaken

Kritisch hakte ein Besucher im Publikumsgespräch ein: "Wie kann man Pop lehren? Wird das Ergebnis eines Pop-Studiengangs nicht eher Kunsthandwerk als Kunst sein?" Leider hatte sich der Besucher dafür schon etwas Mut angetrunken und wurde nicht nur vom Rest des Publikums nicht ernst genommen ("Gebt ihm ein Mikrofon!" - "Nein, gebt ihm keins!" - Gelächter). Hans Nieswandt reagierte außerdem in der denkbar schlechtesten Weise: "Ich glaube, Sie wissen gar nicht, mit wem Sie hier sprechen", motzte er beleidigt von der Bühne. Ja, mit wem sprach der Besucher denn? Mit einer ehemals experimentellen Existenz, die jetzt zu einer unanfechtbaren Instanz geworden ist?

Institut für sechs Studenten

Das neue Institut für populäre Musik, das mit gerade mal sechs Master-Studenten startet, ist erst einmal eine Chance. Ihren Stellenwert muss sie sich selbst schaffen.

 

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