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Pro: Ja, die Warhol-Bilder sollten verkauft werden.

Versteigerung von Westspiel

Die geplante Warhol-Auktion in der Nacht von Mittwoch (12.11.) auf Donnerstag (13.11.) reißt Gräben auf. Es gibt viele Gegner, dass Westspiel die beiden Gemälde verkauft, aber auch Befürworter. Dies sind Stimmen, die für den Verkauf sind:

von Von Dorothe Hülemeier (dpa)

, 11.11.2014
Pro: Ja, die Warhol-Bilder sollten verkauft werden.

Die Bilder "Tripple Elvis" (1963, l) und "Four Marlons" (1966) von Andy Warhol werden bei Christie's in New York versteigert.

Das 100-prozentige Tochterunternehmen der landeseigenen NRW.Bank argumentiert, dass die Warhol-Bilder sowie mehr als 200 andere Kunstwerke in den 70er und 80er Jahren nur zu „Ausstattungszwecken“ gekauft worden seien. Die inzwischen immens im Wert gestiegenen Warhol-Siebdrucke „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ lagerten aus Sicherheitsgründen seit 2009 in einem Tresor. Niemand habe sie vermisst, kein NRW-Museum habe sie je als Leihgabe für eine Ausstellung angefragt. Mit dem erhofften Auktionserlös von rund 100 Millionen Euro will Westspiel seine defizitären Casinos sanieren und eine neue Spielbank in Köln bauen.

Die NRW-Ministerpräsidentin schrieb als Antwort auf einen Protestbrief von 26 Museumsdirektoren, dass Westspiel die Bilder mit eigenen Mitteln erworben habe. Die Warhol-Kunstwerke seien „kein nationales Kulturgut“, das vor dem Verkauf ins Ausland geschützt werden müsse. Westspiel müsse Investitionen aus eigener Kraft bestreiten. Die Landesregierung habe nicht die Absicht, Kunst aus direktem Landesbesitz zur Haushaltskonsolidierung zu verkaufen.

Nach Worten des NRW-Finanzministers geht es „nicht um den Ausverkauf von Kunst des Landes“, denn die Bilder gehörten dem Land ja gar nicht. Das Land halte am Casino-Betrieb fest, denn aus den Einnahmen flössen jährlich rund 25 Millionen Euro in die Stiftung Wohlfahrtspflege. Insgesamt habe Westspiel in den vergangenen fünf Jahren 250 Millionen Euro ans Land abgeführt. Der richtige Zeitpunkt zum Verkauf der Bilder sei jetzt, denn auf dem überhitzten Kunstmarkt würden derzeit Spitzenpreise für Warhol erzielt.

Der Gründungsdirektor des Aachener Ludwig Forums verfasste einst einen Katalog mit den Kunstwerken der Aachener Spielbank. Als einer der wenigen Personen aus der Kulturszene ist Becker für den Verkauf. „Die Bilder wurden als Dekoration für die Spielbank gekauft, sie waren umgeben von Menschen, die rauchten, tranken, lebten“, sagt er der dpa. „Kein Mensch hat sich dafür interessiert, dass die Bilder in Wert gestiegen sind.“ Kein Museum in NRW habe bisher Anspruch auf die beiden Bilder erhoben. Es bestehe auch kein Bedarf, denn es gebe genug Warhol-Bilder, unter anderem im Museum Ludwig in Köln.