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Radikale Mittel für mehr Raum - Künstler als Hausbesetzer

Ein junger Musiker bei der Besetzung des Gebäudes der ehemaligen Kronen-Brauerei, die nach wenigen Stunden aufgelöst wurde.

Radikale Mittel für mehr Raum - Künstler als Hausbesetzer

Protest

Die "Kulturwoche" war schnell wieder vorbei. 50 Dortmunder Künstler hatten das Gebäude der ehemaligen Kronen-Brauerei besetzt, die Polizei räumte die Halle aber innerhalb weniger Stunden. Dennoch: Hier macht sich die Kreativszene ihrem Ärger Luft und fordert ein "Recht auf Stadt".

von Von Felix Guth und Daniel Müller

DORTMUND

, 13.08.2010

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen suchten Künstler aus dem Ruhrgebiet diesen radikalen Weg, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Im Juli war es das leer stehende DGB-Gebäude in Essen, nun der Dortmunder Backstein-Bau. Die Kreativen schreien nach Raum. "Leerstand ist Stillstand und Stillstand keine Alternative", heißt es in der Erklärung der Initiative für das "Unabhängige Zentrum Dortmund (UZDO). Mit Ausnahme zweier Gastronomie-Intermezzi ist das Gebäude seit 1996 ungenutzt.Künstler klagen über zu wenig Raum Dagegen die Realität der Künstler: zu wenige Ateliers, Proberäume, Veranstaltungsräume. "In Dortmund muss die lokale Szene endlich wieder gestärkt werden", meint Svenja Noltemeyer, Sprecherin der Initiative. Erst recht im Kulturhauptstadtjahr, das zwar Prestigeprojekte, aber keine individuelle Kunst fördere. Wie schon in Essen nahm die Hausbesetzung ihr erwartbares Ende. Doch die möglicherweise auch strafrechtlichen Konsequenzen sind einkalkuliert. Was ankommen soll, ist der öffentliche Aufschrei.Protestform häuft sich Denn die Häufung dieser Protestform ist nicht zufällig. Wie energisch die kreative Klasse sein kann, zeigt sich im Hamburger Gängeviertel. Seit einem Jahr bezeichnet es eine Initiative als "besetzt". Was auch hier als Kampf gegen um Räume für alternative Kultur begann, hat sich zu einer sozialen Bewegung entwickelt, die für niedrige Mietpreise und ein gerechtes Viertel streitet. Die lokale Politik diskutiert mit.   Auf diesen Dialog hoffen auch die Künstler im Ruhrgebiet. Damit die nächste "Kulturwoche" nicht wieder nur ein paar Stunden dauert.

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